Sonntag, 17. April 2022

Der Mann aus Virginia (California)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Michele Lupo

Kriegsheimkehrer...

Regisseur Michele Lupo drehte seine Beiträge im Genre des ItaloWestern vor allem zusammen mit Publikumsliebling Giuliano Gemma. So entstand 1966 "Arizona Colt", fünf Jahre später "Ben und Charlie" und in der Endphase des Genres, im Jahr 1977 "Der Mann aus Virginia" (Originaltitel: California). "Der Mann aus Virginia" ist auch unter einigen anderen Namen bekannt. So hieß der Film schon "Spiel mir das Lied von Kalifornien" oder "California Adio" und ist anders als die beiden anderen Arbeiten von Lupo ein Abgesang auf den Wilden Westen. Der Bürgerkrieg ist zwar zu Ende, aber das Land versinkt im Chaos. Die besiegten Soldaten der Südarmee versuchen zu Fuß ihre Heimat wieder zu erreichen. Viele von Ihnen sind auf den Steckbriefen der Nordstaaten zu finden und Kopfgeldjäger erleben gerade in solchen Zeiten eine echte Hochkonjunktur. Einer dieser Killer ist Rope Whitaker (Raimund Harmsdorf) mit seinen Kumpanen. Sie machen erfolgreich Jagd - auch auf Kleinkriminelle. "Tod oder Lebendig" heißt bei Ihnen aufgrund des geringeren Stresses "Tot". Auch der Revolverheld California (Giuliano Gemma) hat im Bürgerkrieg gekämpft. Der Mann ist ein Wanderer und er scheut es irgendwie seßhaft zu werden. Auf seiner Wanderschaft, die eigentlich zuerst kein Ziel hat, lernt er den etwas jüngeren Michael Preston (Miguel Bose) kennen. Er gibt sich als "Michael Random" aus - der Name einer Zigarettenmarke. Der junge Preston möchte so schnell wie möglich nach Hause zur Farm seiner Eltern (William Berger/Dana Ghia) und zu seiner Schwester Helen (Paola Dominguin). Gemeinsam ziehen die beiden Männer nun zu Fuß durch das vom Bürgerkrieg ausbeblutete, zerstörte Land, in dem das Gesetz keine Gültigkeit hat. Nach einiger Zeit freunden sich die beiden unterschiedlichen Männer an und es gelingt Preston den alleinstehenden "Random" zu überzeugen, dass er zuerst mal mit ihm auf die Farm seiner Eltern mitkommt. Unterwegs treffen sie auf einige gewaltbereite, aggressive Nordstaatler, die ihren Hass auf den Süden noch nicht überwunden haben und sofort Streit beginnen. Dies führt zur Flucht der beiden Freunde. Doch in einem verlassenen Dorf wird Preston von den Verfolgern angeschossen und erhängt. California beschließt nun die Familie von Preston aufzusuchen und ihnen die Nachricht vom Tod des Sohnes zu überbringen. Die Familie bittet ihn darum zu bleiben. Dabei verlieben sich California und die hübsche Helen. Beide geraten bei einem Ritt in die Stadt in eine Schießerei mit Whitakers Männer. Helen wird von Ihnen entführt...


Michele Lupo setzt eindeutig auf Bilder des Zerfalls und alles sieht dreckig und schmutzig aus. Auch der blaue Himmel ist kaum zu sehen. Alles wirkt irgendwie düster und melancholisch - der spanische Kameramann Allejandro Ulloa setzt diese Vorgaben konsequent um und stimmungsmässig werden diese Bilder durch den Score von Gianni Ferrio zusätzlich unterstrichen. Raimund Harmsdorf wirkt als Bösewicht immer sehr überzeugend und das Zusammenspiel von Giuliano Gemma mit dem 70er Jahre Popstar Miguel Bose passt auch prima zusammen.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

 

The Salvation - Spur der Vergeltung (The Salvation)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Kristian Levring

Die Rache des dänischen Emmigranten....

"The Salvation - Spur der Vergeltung" ist ein 2014 von Kristian Levring inszenierter Spätwestern aus Dänemark, der spätestens bei seinem Showdown des Rächers als Hommage an die Italo Western und an die Werke von Sergio Leone oder Sergio Corbucci angesehen werden kann. Diese Überzeichnung der Figuren kommt erst im zweiten Teil des stark bebilderten Films zum Tragen, hier unterwirft sich die Story streng den Genre-Regeln seiner Vorbilder und endet vielleicht etwas schwächer als er begann.
Die Geschichte erzählt vom ehemaligen dänischen Soldaten Jon (Mads Mikkelsen) der gemeinsam mit seinem Bruder Peter (Mikael Persbrandt) im Krieg gegen Preußen gedient hat und mit ihm nun im fernen Amerika eine bescheidene Existenz als Farmer aufgebaut hat. Daher lässt er nun nach 7 Jahren seine Frau Marie (Nanna Oland Fabrizius) und Sohn Kresten (Toke Lars Bjarke) nachkommen. Nachdem am Bahnhof der Zug angekommen ist, kann er die Lieben endlich wieder in seine Arme schließen. Doch das Glück soll nur noch einige Stunden dauern. In der Postkutsche, die die Familie nach Hause bringen soll, haben sich zwei fremde Banditen als Passagiere dazu gesellt. Bald werden sie auf die hübsche Marie aufmerksam und bedrängen die junge Frau immer mehr. Jon wird mit einer Pistole in Schach gehalten. Der kommt zwar bei einem Gerangel an die Pistole, doch nicht lange. Denn einer der Banditen zückt sein Messer und hat Jons Jungen in seiner Gewalt. Hilflos muss Jon mitansehen, wie einer der Banditen sich über seine Frau hermacht. Dann wird er aus der fahrenden Kutsche geworfen. Er beginnt der Kutsche nachzurennen, hat sie aber erst nach einer Weile eingeholt. Er erblickt den toten Kutscher und auch seinen toten kleinen Sohn. Nachdem er an der Kutsche angelangt ist, kann er die beiden Übeltäter töten. Er findet aber auch seine geliebte Frau noch noch vergewaltigt und ermordet vor. In der Stadt Black Creek herrscht inzwischen Ausnahmezustand. Einer der von Jon getöteten Übeltäter war der Bruder des mächtigen Colonel Delarue (Jeffrey Dean Morgan), der die taubstumme Madeleine (Eva Green), Witwe des Vergewaltigers begehrt. Dieser fordert den Sheriff (Douglas Henshall) und den Bürgermeister (Jonathan Pryce) auf innert kürzester Zeit den Mörder seines Brüders zu finden und ihm auszuliefern. Ausserdem erschießt er aus Rache drei Bewohner der Stadt. Weitere sollen folgen, wenn Jon nicht ausgeliefert wird.
Jon selbst hat vor sein Land zu verkaufen und mit seinem Bruder weiterzureisen. Daher kommt er noch einmal nach Black Creek, wird dort aber von den Bewohnern gefangen genommen und an den Schurken Delarue ausgeliefert. Immerhin kann Peter aus dem Gefängnis türmen und Jon in der Dunkelheit aus Deverauxs Geisterstadt befreien. Die Banditen nehmen aber sofort Verfolgung auf. Und Jon ist durch die ihm angetane Gewalt und Marter bereits merklich geschwächt...

Mads Mikkelsen spielt natürlich wie gewohnt sehr stark auf. Der Film ist toll fotografiert (Jens Schlosser) und bereits bei der musikalischen Untermalung der Ankommens-Szene auf dem Bahnhof kommt ein starkes Ennio Morricone Feeling auf und man denkt sofort an "Once upon a time in America". So ist Levrings Film eigentlich nie so richtig eine echte Geschichte, aber eine schöne Kinoillusion und vor allem ein Update des Italo Western mit den dazugehörigen sehr bekannten Kinomythen. Das Genre des Spätwesterns lebt auf.  Während der Zuschauer sich im ersten Teil des Films noch in die Zeit der Immigranten hineinversetzt fühlt, die im neuen Land nach einer neuen Existenz suchen, wird der zweite Teil eher etwas durchtränkt von den typischen, stilvollen Westernbildern und man merkt wieder, dass man ja nur im Kino ist. Die Schlußszene ist dabei sogar so übertrieben "Kino", dass man an die intellektuelle Schaffenskraft von Quentin Tarantino erinnert wird, der ja mit seinen neueren Filmen auch mehr den zwar genialen, aber auch künstlich wirkenden Kinogeschichten verpflichtet war, als eben echten Charakteren aus realistischeren Geschichten wie in seinen Frühwerken. Was bleibt ist ein perfekt gemachter Rachewestern, vielleicht etwas zu künstlich aufgezogen um zum echten Klassiker des Genres aufzusteigen.

  Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Brimstone - Erlöse uns von dem Bösen (Brimstone)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Martin Koolhoven

Böser Prediger....

Der niederländische Regisseur Martin Koolhoven hat sich für seinen neuen Film "Brimstone" sehr viel Zeit gelassen, denn dessen Vorgänger "Winter in Wartime" (Original: Oorlogswinter) stammt aus dem Jahr 2008 und war der holländische Beitrag fürs Oscarrennen um den besten ausländischen Spielfilm. Mit "Brimstone" hat er sich ins Westerngenre hineingewagt, er bereichert aber diese Filmgattung mit einem sehr besonderen "feministischen" Westernfilm, der das Leben der europäischen Immigranten im neuen Land zum Thema nimmt. Und auch deren fundamentalistischen Glauben - nicht nur in der Gestalt des völlig fiesen Reverend (Guy Pearce), der sichtlich dem falschen Priester und Psychopathen Harry Powell aus Charles Laughtons Meisterwerk "Die Nacht des Jägers" nachempfunden ist. Am deutlichsten wird dies in zwei Szenen, die fast schon 1:1 dem Original nachempfunden sind. Auf der Flucht von Liz (Dakota Fanning) mit ihrem Adoptivsohn Matthew (Jack Hollington) und Töchterchen Sam (Ivy George) fällt der Satz "Gibt er denn nie auf ?" gerade in dem Moment als die Flüchtenden wieder den Gesang des Priesters, der sie verfolgt, in der Ferne hören. Eine andere Szene zeigt Liz auf der Veranda im Schaukelstuhl, bewaffnet mit der Knarre - in "Die Nacht des Jägers" war es Lilian Gish, die vom Regisseur so in Szene gesetzt wurde. Und dieser Mann Gottes ist tatsächlich die Ausgeburt der Hölle - er spricht ja selbst davon, dass er der reißende Wolf ist, der im Schafspelz auftaucht. Tatsächlich ist "Brimstone" ein sehr interessanter Genrebeitrag, ein Western, der lediglich in der Optik des Westerns gemacht ist, aber ansonsten mehr Thriller und Rachefilm ist.
Aufgebaut ist "Brimstone" in vier Kapitel, die ihrerseits auch wieder sehr eigenwillig angeordnet sind.
Der erste Part "Offenbarung" zeigt Liz, die auch als Hebamme ihr Geld verdient, als stumme Ehefrau des Farmers Eli (William Houston) im Sonntagsgottesdienst, den der neue Priester (Guy Pearce) abhält. Liz erzittert beim Anblick des Geistlichen als wenn der leibhaftige Teufel aufgetaucht wäre. Als der Mann Gottes eine Schwangere begrüßt und diese berührt, bekommt sie Ängste. Und tatsächlich wird sie nach dem Gottesdienst noch als Geburtshelferin fungieren müssen, denn die Frau bekommt in der Kirche ihre Wehen. Doch die Geburt erweist sich als gefährlich und so entschließt sich Liz eher die Frau  zu retten als das Neugeborene. Der Vater des toten Kindes ist ausser sich vor Wut und schießt ein paar Tage später ins Fenster des Schlafzimmers von Eli und Liz. Der Priester kommt zur Hilfe und kann den Aufgebrachten beruhigen, doch er kommt um Liz zu bestrafen, wie er sich in einem kurzen Moment äussert, als er allleine mit der stummen Liz ist. Doch es kommt noch schlimmer: Er droht der kleinen Sam was anzutun und sticht die Schafe von Matthew alle ab. Als er auch noch Eli meuchelt, flüchtet Liz mit den Kindern und der 2. Teil Exodus wird gezeigt: Hier wird die 13jährige Joanna (Emilia Jones) von einer chinesischen Familie gefunden und an ein Hurenhaus verkauft wird, dass von Frank (Paul Anderson) geleitet wird. Die Frauen haben kein gutes Leben. Als eine ältere Prostutierte der jungen Joanna bei einem Freier beistehen will, kommt es zum äussersten - sie erschießt den aggressiven Kunden und wird natürlich aufgehängt. Die Jahre vergehen - die kleine Joanna entpuppt sich als Liz aus dem ersten Kapitel. Sie arbeitet inzwischen in dem Etablissement. Der Ungehorsam der Prostituierten Elizabeth (Carla Juri) wird bestraft, indem man ihr die Zunge herausschneidet. Bald taucht in der Stadt ein Freier auf, der für eine Nacht alle Frauen auf einmal mietet - es ist der Reverend und wieder kann Joanna/Liz entkommen und die Flucht einschlagen. Kapitel 3 ist die Rückblende dieser Rückblende und zeigt die erste Zeit im neuen Land einer niederländischen Familie. Das Familienoberhaupt, der Vater ist Reverend und nicht glücklich mit seiner Frau Anna (Carice van Houten), die wenig Spass an den ehelichen Freuden hat. So hat der Mann Gottes in seinem kranken Gehirn bereits seine Tochter Joanna als Ehepartnerin auserkoren. Als die Eltern in der Stadt sind, wo der Reverend seiner ungehorsamen Frau eine Schandmaske anlegt, tauchen zwei Verletzte Halunken auf der Farm auf. Das junge Mädchen verarztet die Männer und versteckt sie im Schweinestall. Dann will der fiese Vater den Geschlechtsakt mit seiner Tochter vollziehen - es gelingt dem Mädchen die Flucht . Im 4. Kapitel wird die Flucht vom ersten Teil fortgesetzt. Es kommt dabei zum Showdown zwischen Vater und Tochter...

Martin Koohhovens Film ist sehr düster und grimmig und ich glaube es hätte dem Film generell gut getan, wenn der Regisseur etwas subtiler vorgegangen wäre. So reiht sich eine drastische Szene nach der anderen - dreimal gibts drastische Erhängungen zu sehen, einige explizit gezeigte Kopfschüsse, das Mädchen muss ein Schwein erschießen, ein blutiges totes Pferd liegt in der Einöde, den Schafen wurden brutal die Eingeweide entfernt und und und.
Hier wäre meines Erachtens weniger viel mehr gewesen. Denn die Story hätte auch gut ohne soviel drastische Szenen funktioniert. Der größte Pluspunkt von Koohlhovens Film ist für mich die Neuentdeckung Emilia Jones, die die 13jährige Joanna unheimlich gut spielt. Auch Dakota Fanning überzeugt in der Rolle der stummen Frau mit ihren vielen Geheimnissen. Guy Pearce in der Fußstapfen von Robert Mitchum. Die Rolle ist durchweg böse, da gibts kein Schwarz-Weiß und die Bosheit lässt auch keine Schattierungen zu. Somit auch hier irgendwie zu offensichlich und grobschlächtig konzipiert. Dennoch und trotz der Verweise auf ein überlebensgroßes Vorbild ist dem Holländer ein sehr interessanter Film gelungen, der auch kameratechnisch keine Wünsche offen lässt: Chefkameramann Rogier Stoffers stammt ebenfalls aus Holland und machte die Cinematographie der Filme "Der Mongole", "Disturbia" und "Quills".  Für "Der Mongole" erhielt er bereits den europäischen Filmpreis. Diesen Preis bekam auch "Brimstone" - allerdings in der Kategorie bestes Maskenbild, für das Leendert van Nimwegen ausgezeichnet wurde.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

 

Man nennt mich Shalako (Shalako)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Edward Dmytryk

Im Reservat der Apachen...

Obwohl Edward Dmytryks europäischer Western "Man nennt mich Shalako" ein guter Kinoerfolg war und in den Jahrescharts Platz 18 erreichte, galt er aufgrund der hohen Produktionskosten als Minusgeschäft. "Shalako" war eine britisch-deutsche Coproduktion (Euan Lloyd und Artur Brauner) basierend auf einem Roman von Louis L´Amour und hatte eine sehr attraktive Besetzung. Sean Connery als Trapper versuchte damit seinem James Bond Image etwas entgegenzusetzen. Honor Blackman war in "Goldfinger" ein Bondgirl und die Französin Brigitte Bardot immer noch ein Schönheitsidol. Jack Hawkins und Stephen Boyd waren spätestens seit "Ben Hur" sehr populäre Stars und Peter van Eyck hatte sich in sehr vielen internationalen Filmen einen guten Namen gemacht. Woody Strode, unvergessen durch "Spiel mir das Lied vom Tod" spielte einen Apachen. Die Kritik versagte Dmytryks Film jedoch die Gunst. 1880 führen der Grenzabenteurer Bosky Fulton (Stephen Boyd) und seine Männer in New Mexiko eine Jagdgesellschaft, die aus europäischen Aristokraten (Peter van Eyck, Brigitte Bardot, Honor Blackman, Jack Hawkins) und Bediensteten sowie den pensionierten Senator  Henry Clarke (Alexander Knox) und seine jüngere Ehefrau (Valerie French) in das Reservat der Apachen. Besonders der deutsche Graf Frederic von Hallstadt (van Eyck) und die franzöische Adlige Irina Lazar (Bardot) haben Spass an der Jagd. Während sie durch das Gebiet der Indianer ziehen, werden sie jedoch schon beobachtet. Als die Gräfin und ein Begleiter sich von der Gesellschaft entfernen und alleine weiterreiten, wird der Mann von den Indianern brutal ermordet, die Gräfin versucht zu entkommen. Zum Glück ist Shalako (Sean Connery) zur Stelle, ein ehemaliger US-Kavallerieoffizier, der die Angreifer tötet und die Gräfin wieder sicher zur Gesellschaft bringen will. Doch es ist schon zu spät. Der gesamte Indianerstamm ist in der Nähe und nur durch Shalakos Versprechen, dass die Gesellschaft vor dem Morgengrauen das Gebiet verlässt, hindert die Apachen daran sofort den Kampf zu beginnen und die beiden zu töten. Chato (Woody Strode), der Sohn des Häuptlings (Rodd Redwing) hält sich an diese Abmachung, die sein Vater getroffen hat. Doch Shalako kann sein Versprechen nicht einlösen, da die Mitglieder dieser Reisegruppe stur entscheidet sich nicht dem Willen der Rothäute zu beugen. Shalako versucht Hilfe bei der Armee zu bekommen. Doch während seiner Abwesenheit wird der Stützpunkt der Reisegruppe bereits von den Apachen angegriffen...


Edward Dmytryk hat mit "Die gebrochene Lanze" und "Warlock" bereits zwei großartige Edelwestern inszeniert und kurz vor "Shalako" drehte er mit "Alvarez Kelly" einen weiteren Western. Der Regisseur legte auch hier das Augenmerk auf Spannung und Action sowie auf gute Bilder - der aus Südafrika stammende Kameramann Ted Moore (Oscar für Zinnemanns "Ein Mann zu jeder Jahreszeit" war für die erlesene Fotografie verantwortlich. Teilweise geht es hart zur Sache - die Ermordung von Honor Blackman ist sehr brutal geraten. Gelegentlich erinnert Dymtryks Eurowestern an Martin Ritts "Hombre" - auch dort trifft ein Außenseiter auf eine Reisegesellschaft, die in Gefahr gerät.


Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

 

Freitag, 25. März 2022

Ringo kommt zurück (Il Ritorno di Ringo)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Duccio Tessari

Der Kriegsheimkehrer...

"Ringo kommt zurück" ist ein Spaghetti Western aus dem Jahr 1965 von Ducio Tessari. Der italienische Regisseur drehte zuerst Sandalenfilme, er schrieb die Drehbücher seiner Filme meistens selbst. Seine bekanntesten Filme sind "Kadmos - Tyrann von Theben" (1961), "Eine Pistole für Ringo" (1965), "Zwei wilde Companeros" (1971) und "Der Mann ohne Gedächtnis" (1974). In Italien war "Ringo kommt zurück" ein großer Kinoerfolg - nicht nur, weil Publikumsliebling Giuliano Gemma die Hauptrolle als Rächer übernahm. Die Geschichte wurde sicherlich von Homers "Odyssee" inspiriert. Auch in diesem sehr geglückten Italowestern kehrt ein Mann nach jahrelanger Abwesenheit in seine Heimat zurück. Sein Vater wurde ermordet, den familiären Besitz haben Banditen in Beschlag genommen und die Frau wird von vielen Männern begehrt. Die Filmmusik schrieb Ennio Morricone, dessen Handschrift man sofort erkennt. Der Sänger der beiden Filmsongs "Il ritorno de Ringo" und "La mia gente" heißt Maurizio Graf. Natürlich sind auch Versatzstücke aus Sergio Leones "Für eine Handvoll Dollar" erkennbar. Einer der wenigen Freunde des Kriegsheimkehrers Montgomery Wood (Giuliano Gemma) ist der Blumenfreund Myosotis (Manuel Muniz). Sehr schnell merkt Montgomery alias Ringo, dass sich in seinem Heimatort sehr viel verändert hat. Der Kneipenwirt will ihn nicht erkennen und gibt ihm mit den Augen Zeichen, denn am Tisch sitzen zwei finstere Gestalten, die das Gespräch beobachten. Sehr schnell reagiert der Held und die beiden Männer liegen erschossen im Saloon. Vom Wirt erfährt er die ganze Wahrheit. In seiner jahrelangen Abwesenheit haben die kaltblütigen Fuentes Brüder Esteban (Fernando Sancho) und und Paco (George Martin) die ganze Stadt mit ihrer Gang unterjocht und wer sich den Beiden in den Weg stellt, der wird kurzerhand getötet. Seine schöne Frau Helen (Lorella de Luca) ist nun gezwungenermaßen die Geliebte von Paco geworden, die gemeinsame kleine Tochter Elizabeth (Monica Sugranes) hat ihren Vater noch nie gesehen. Mit geändertem Aussehen als armer mexikanischer Landarbeiter kommt er in die Stadt und die Saloondame Rosita (Nieves Navarro) macht keinen Hehl daraus, dass sie ihn gerne in ihrem Bett sehen würde. Doch Ringo hat natürlich für solche Nebenschauplätze wenig Zeit. Er will sich an den Banditen rächen und seine Familie retten...

 
Bevor dies aber passiert, muss Ringo noch einige Rückschläge und Kränkungen in Kauf nehmen. Gemma - zuerst blond und ohne Bart - verändert sich wegen seiner Mission und kommt als bärtiger Rächer in die Stadt. Mit List und Ausdauer mischt er die staubige und dreckige Stadt auf und Tessari inszenierte seine Geschichte als Art griechische Tragödie.    
   
Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Glut der Sonne (Dove si spara di piu)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Gianni Puccini

Romeo und Julia im Wilden Westen...

 Ein schwerverletzter junger Mann, der bald sterben wird, reitet auf seinem Pferd zur Ranch der Familie Campos. Dort angekommen fällt er zu Boden und stirbt vor den Augen seines Onkels Senor Campos (Rufino Ingles).
Übeltäter waren wie immer die Nachbarn, die Farmerfamilie Monter mit ihrem hasserfüllten Oberhaupt Bill Monter (Luis Induni).
Seine Frau (Ana Maria Noe) hält zu ihm, ist aber voller Furcht und Sorge über die seit langem anhaltende Blutfehde beider Patriarchen und deren Männer.
Dieser Hass schwappt auch auf die Kinder über. Campos hat einen ungestümen Sohn Lodorigo (Peter Martell), der eine ungewöhnliche Beziehung zum örtlichen Sheriff Cooper (Piero Lulli) pflegt.
Monters noch sehr junger Sohn Johnny (Peter Lee Lawrence) ist beinahe schon ein Mann, darf aber noch nicht mitreiten zu dem von Campos vorgeschlagenen Feuergefecht in freier Natur.
Dort soll die Siegerfamilie Bleiberecht bekommen, die Unterlegene Familie muss aber das Feld für immer räumen.
Ein neutraler Richter wird sogar für dieses bereinigende Spektakel engagiert.
Doch Campos spielt falsch und lockt die Männer von Monter in einen tödlichen Hinterhalt, bei dem viele ihr Leben lassen.
Johnny wird danach von den Campos gefangengenommen und soll auf dessen Ranch gequält und gefoltert werden.
Dort lernt er den einarmigen Banditen Lefty (Andres Mejuto) kennen, mit dem er sich duellieren soll.
Doch es kommt anders und aus den beiden Männern werden Freunde. Der Bandit bringt dem Youngster das Schiessen bei. 3 Dinge braucht es um ein Mann zu sein: Die Pistole, der Alkohol und die Frau. Letzteres wird im Saloon aufgespürt, die Barsängerin Lezerind (Maria Cuarda) führt den jungen Burschen in die Liebe ein.
Doch der hat nach einem Überfall auf eine Postkutsche, in der sich wertvolle Sachen von Todfeind Campos befinden soll, nur noch Augen für die junge Passagierin Giulietta (Christina Galbo).
Bald wird ihm klar, dass das Mädchen seiner Träume die Tochter von Campos ist und dass Schicksale wie in Shakespears "Romeo und Julia" auch im Western möglich sind...

 

  "Glut der Sonne" (Originaltitel: Dove si spara di più) ist ein italienisch-spanischer Western aus dem Jahr 1967, der von Gianni Puccini, ansonsten Director anspruchsvoller Stoffe, gedreht wurde. Es ist der einzige Italowestern des Regisseurs. Das Drehbuch zum Film stammt von Bruno Baratti und María del Carmen Martínez Román und orientiert sich an der bekannten Vorlage von Shakespeare.
Ein Jahr nach Fertigstellung dieses Westerns starb Puccini als 54-jähriger an einem Herzinfarkt. Sein Beitrag zum Genre zeichnet sich durch eine interessante Story und eine hervorragenden Besetzung aus, so gibt es in der Hauptrolle Genrestar Peter Lee Lawrence, der als Karl Otto Hirenbach 1945 in Lindau geborene deutsche Schauspieler, der mehrere Spaghettiwestern unter verschiedenen Künstlernamen drehte und als Arthur Grant in Filmen wie "Sando Kid spricht das letzte Halleluja" zu sehen war.
Lawrence starb 1974 im Alter von 29 Jahren.
Der junge Schauspieler nahm sich wohl das Leben als er mit der schrecklichen Diagnose "Hirntumor" konfrontiert war.
"Glut der Sonne" wurde von der Kritik alles andere als gut aufgenommen, er bekan üble Verisse. Sehr zu Unrecht, wie ich finde. Denn alles in allem ist "Glut der Sonne" ein höchst interessanter und sehr bizarrer Vertreter des Genres.
Nachhaltig wirkt vor allem die extrem geniale Schluss-Szene mit Gevatter Tod (Paul Naschy), der die Geschichte um Hass und Liebe surreal bestens abrundet.
Vor allem Peter Lee Lawrence als jugendlicher Held ist alles andere als glattgebügelt. Er verfügt über Ecken und Kanten und bleibt durchgehend eine interessante Filmfigur.
Neben dem für den Italo Western bestens bekannten heraus stechenden visuellen Erzähl-Stil, besticht die kleine, aber feine Westernperle vor allem durch seine Musik, die maßgeblich für die Atmosphäre des Films sorgt 

  Bewertung: 8,5 von 10 Punkten

Das Gold von Sam Cooper (Ognuno per Se)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Giorgio Capitani

Gold und Gier...

Goldsucher leben gefährlich: Wenn sie alleine arbeiten, dann schaffen sie es kaum körperlich die harte Arbeit in der Mine zu absolvieren. Ebenso riskant ist dann auch die Reise mit dem vielen Gold zur sicheren Bank in der Stadt. Denn im Wilden Land des Spaghettiwesterns lauert überall dubioses und kriminelles Gesindel. 
Andererseits birgt auch ein Helfer oder Partner so seine Gefahren, denn der Mensch ist gierig und man muß gerade im Augenblick des Erfolgs, also wenn Gold gefunden wird, auf der Hut sein, dass der Andere nicht den viel lukrativeren Alleingang wählt.
Diese Erfahrungen macht Sam Cooper (Van Heflin) innert von Stunden. Vom Freund ausgetrickst und beinahe in die Hölle geschickt, anschliessend ein weiter Ritt allein durch die Wüste. Die Pferde haben Durst, der jetzt reiche Goldsucher aber auch. Dann am rettenden Fluß angekommen, wird Cooper überfallen und beraubt.
Wie gewonnen, so zeronnen.
Aber Cooper wagt es ein zweites Mal die besagte Mine, irgendwo in dem Bergen, zu suchen. Diesmal will er aber aus den Fehlern gelernt haben und heuert stattdessen den einzigen Menschen auf Gottes Erden, dem er Vertrauen kann, an und dies ist sein inzwischen erwachsener Ziehsohn Manolo Sanchez (George Hilton).
Doch der Mensch verändert sich mit den Jahren und bald wird Cooper klar, dass auch Manolo, zu dem inzwischen auch sein undurchsichtiger, blonder Freund Brent (Klaus Kinski) gehört, ein Risikofaktor sein könnte.
Manolos Beziehung zu dem Freund ist von devoter Unterwerfung geprägt.
Spontan engagiert Cooper auch noch seinen ehemaligen Kumpel Mason (Gilbert Roland), der allerdings von Cooper keine besonders gute Meinung mehr hat und ihm misstraut.
So startet der Ritt durch den Wilden Westen und bereits beim ersten Halt bei einer alten Mission lauert Gefahr...


Giorgio Capitani drehte seinen einzigen Western "Das Gold von Sam Cooper" im Zuge des weltweiten Siegeszuges der Italowestern im Jahr 1967. Im Original heisst der Film "Ognuno per sé" (Jeder für sich) und trifft das Thema des Films und die Wechselwirkung des zusammengewürfelten Quartetts sehr treffend. Der Regisseur hatte als Vorbild John Hustons Klassiker "Der Schatz der Sierra Madre" im Auge. Erst Jahre später stieg der Film im Genre zu einem Kultfilm auf, denn immerhin setzt der Film für seine Zeit sehr innovative und aussergewöhnliche Charaktere ein. Es ist auch einer der ersten Filme, der im Western zwei homosexuelle Männer als Hauptfiguren einsetzte. Jahre vorher wagte dies schon Edward Dmytryk mit seinem "Warlock", aber Capitani ist da schon viel direkter. Mit einem meditativen Score werden die Bilder unterlegt, dem Regisseur gelingt eine Einheit aus kalter Atmosphäre und spürbarer Hitze. Ein spannender und immer wieder fesselnder Western



Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.