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Samstag, 23. Juli 2022

Stirb oder töte (Killer Calibrio 32)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Alfonso Brescia

Silver ermittelt...

Regisseur Alfonso Brescia (1930 bis 2001) drehte während seiner Laufbahn einige Billigscience-Fiction Filme, die alle im Fahrwasser von "Star Wars" enstanden. Ein Jahrzehnt zuvor in den 60er Jahren inszenierte mehrere Spaghetti Western, darunter "Sein Wechseld ist Blei", "Stirb aufrecht, Gringo", 100.000 verdammte Dollar" oder "Die Stunde der Aasgeier". Einer seiner bekanntesten Western ist der 1967 entstandene "Stirb oder töte" (Originaltitel: Killer Calibro 32" mit dem früh verstorbenen deutschen Filmstar Peter Lee Lawrence in der Hauptrolle. Dabei nimmt der kriminelle Aspekt eine hohen Anteil am Geschehen ein, denn der Bankbesitzre Alvaro (Andrea Bosic) ht den Autragskiller Silver (Peter Lee Lawrence) engagiert die Banditen zu fassen, die regelmässig Postkutschen ausrauben. Da die Bande Masken trägt, weiß keiner wer diese sieben Männer sind. Beim letzten Transport verlief es aber anders, denn zum ersten Mal hat die Bande alle Passagiere der Kutsche samt Kutscher ermordet. Man geht davon aus, dass vielleicht einer der Reisenden zumindest einen der Banditen erkannt haben könnte. Weiter geht man davon aus, dass daher die Banditen nicht von ausserhalb sind, sondern Männer, die in der Gegend leben. Silver soll 2.000 Dollar Belohnung für jeden dieser sieben Strolche erhalten, weitere 10.000 Dollar am Ende, wenn er alle gefasst hat. Keine leichte Aufgabe. Eines der Todesopfer war der alte Bankier, dessen Tochter Janet (Jenny Slade) hat natürlich ein besonderes Interesse daran, dass die Mörder ihres Vaters gefasst werden und bestraft werden. Der junge Spot (Alberto del´Acqua) ist vom Können Silvers total beeindruckt, er will von ihm lernen und profitieren. Der Sheriff (Mirko Ellis) ist allerdings nicht darüber erfreut, dass auch Silver seine Ermittlungen startet. Er will die Banditen lieber auf die gesetzliche Tour zur Strecke bringen. Silver dagegen setzt auf volles Risiko. Er lässt das Gerücht verbreiten, er kenne einige der Maskierten. So hofft er die Banditen aus der Reserve zu locken. Eine Spur führt zur Saloonbesitzerin Beth (Agnes Spaak)... 

 Die Figur des Silver ist etwas überzeichnet, daher sahen ihn einge Kritiker in der Nähe einer Comicfigur. Tatsächlich trumpft der Held auch ein bisschen zuviel mit Sprücheklopfen auf. Hier wäre etwas weniger mehr gewesen. Aber dennoch ist "Stirb oder töte" ein spannender und unterhaltsamer Genrevertreter.


Bewertung: 7 von 10 Punkten

Donnerstag, 14. Juli 2022

Sein Wechselgeld ist Blei (I giorni della violenza)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Alfonso Brescia

Rächer Josh Lee...

Über die Umstände des Todes von Peter Lee Jackson, der 1944 als Karl Hirenbach in Lindau geboren wurde, kursieren mehrere Versionen. Zuerst ging man davon aus, dass er am 19.4. 1974 Selbstmord beging, andere Quellen sprechen aber vom Tod durch Gehirntumor. Es könnte aber auch sein, dass er aufgrund dieser niederschmetterten Diagnose Suizid verübte. Seine Filmografie von 30 Werken umfasst 17 Italo Western, in denen er aufgrund seines Alters meistens jugendliche Helden spielte. Oft war sein Rollenname "Kid" In "Sein Wechselgeld ist Blei" (Original: I giorni della violenza) aus dem Jahr 1967 spielt er den Rächer Josh Lee. Regie führte Alfonso Brescia, der seine 7 Italo Western immer mit Pseudonym Al Bradley drehte. Es ist das Jahr 1863, es herrscht Bürgerkrieg in Amerika. Missouri wurde von den Nordstaaten besetzt, obwohl die große Mehrheit der Bevölkerung mit dem Süden sympathisiert. Durch die starke Präsenz der Yankees haben sich auch Rebellenbanden gebildet, die den Besatzern auch immer wieder das Leben schwer machen. Josh Lee (Peter Lee Lawrence) und sein älterer Bruder Cell (Romano Puppo) arbeiten für den Ranchbesitzer Evans (Andrea Bosic). Cell lebt mit seiner Frau Lizzy (Rosalba Neri) zusammen und Josh ist über beide Ohren in Evans Tochter Christine (Beba Loncar) verliebt. Während der Abwesenheit von Cell wird dessen Frau von dem Arbeiter Hank (Lucio Rosato) beinahe vergewaltigt. Zum Glück kommt Josh dazu, der den Wüstling verprügelt und verjagt. Dieser will sich rächen und erzählt dem Nordstaatler Captain Clifford (Luigi Vannucchi), dass sich der Rebellenführer Butch (Nllo Pazzafini) auf der Evans Ranch aufhalten soll. Die Yankees wollen daher die Ranch durchsuchen, dabei fallen tödliche Schüsse - Cell stirbt. Auch Lizzy wird Minuten danach von Hank ermordet. Josh schwört Rache und obwohl er bisher noch nie auf der Seite der Südstaaten kämpfen wollte (er hasst die Sklaverei) schließt er sich der Bande von Butch an. Bei einem Postkutschenüberfall der Guerilla Trupe erschießt Josh einen Reisenden, der Butch töten will. Damit ist Josh ein gesuchter Outlaw...

Ein Italo Western, in dem es einmal mehr um eiskalte Rache geht. Doch am Ende zweifelt der Protagonist an seinen Vergeltungsmaßnahmen. Peter Lee Lawrence spielt seine Rolle sehr glaubwürdig. Der Regisseur hat aber alle Figuren so gezeichnet, dass sie schwer durchschaubar bleiben. Das Gut-Böse Schema greift nicht immer.


Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Garringo - Der Henker (Garringo)


Regie: Rafael Romero Marchent

Johnnys Kindheitstrauma....

Ein Psychodrama ala Sigmund Freud im Wilden Westen. So ähnlich funktioniert der ItaloWestern "Garringo - der Henker" aus dem Jahr 1969. Der Film wurde als spanisch-italienische Co-Produktion von Rafael Romero Marchent inszeniert. Dieser spanische Regisseur lebte von 1926 bis 2020 und bereits sein Vater war Filmschaffender. Auch sein Bruder Joaquim Louis war im Filmgeschäft tätig, oft arbeiteten sie gemeinsam an einem Projekt. Rafael Romero Marchent drehte in seiner aktiven Laufbahn 19 Spaghetti Western, darunter "Blei ist sein Lohn", "6 Kugeln für Gringo", An den Galgen, Bastardo" oder "Einer nach dem Anderen".
In "Garringo - der Henker" treffen die beiden Westernstars Anthony Steffen und Peter Lee Lawrence als Konkurrenten aufeinander. Dabei hat Letzter der besseren und interessanteren Part, denn er darf den Psychopathen mit dem Engelsgesicht Johnny spielen. Dessen Leben ist völlig seinem Trauma aus der Kinderzeit untergeordnet und heute würde man sagen "Schuldunfähig", aber so tiefgründig ist dieser spannende Western nicht. Vielleicht haben sich die Macher Inspiration von dem Raoul Walsh Klassiker "Verfolgt" mit Robert Mitchum geholt. Denn dort hat die Hauptfigur ebenfalls ein schreckliches Erlebnis als Kind gehabt, an das er sich nur noch bruchstückhaft erinnern kann. Mehr und mehr kommt dann die Erinnerung zurück. Der Johnny in "Garringo" kann sich zwar noch genau an sein Trauma erinnern. Denn er hat es miterleben müssen, wie sein Vater von Unionssoldaten ermordet wurde, weil er angeblich zu einem Verräter wurde. Der Junge bückt sich verzweifelt über den toten Vater und rennt dann davon. Irgendwann wird er dem Rancher Klaus (Jose Bodalo) gefunden, der ihn wie seinen eigenen Sohn bei sich aufnimmt. Sehr früh will der kleine Junge das Schießen lernen und reift im Laufe der Zeit zu einem adretten jungen Mann, der in der ganzen Gegend geachtet und geschätzt wird. Er kann super mit dem Colt umgehen, was den Ziehvater und auch seine Stiefschwester Julie (Solvi Stübing) mächtig stolz macht. Was die Familie nicht weiß. Johnny führt ein Doppelleben als gemeiner Bandit, der mit seiner Bande auf Raubzüge geht. Nicht nur des Geldes wegen. Vor allem hat er es auf Unionsoldaten abgesehen, die Wertsachen transportieren. Er lässt keinen dieser Männer am Leben, sozusagen als Rache für den Mord am Vater. Die Armee sucht den Psycho schon sehr lange. Aber Johnny war jedesmal schneller. Nun hat man beschlossen Lieutenant Garringo Harris (Anthony Steffen) zu beauftragen den Serienkiller zu finden und zu fassen. Aber auch ein fieser Kopfgeldjäger (Luis Marin) will Johnny, Tot oder Lebendig...

"Garringo" ist ein eher düsterer Western ohne Ausweg und verfolgt einen eher dramatischen, charakterorientierten Ansatz. Dabei trägt Garringo den Namen "Henker" zu Recht, denn er ist lange Zeit kein Sympathieträger und meuchelt ohne Gnade die Kumpane von Johnny. Dieser steckt in einer verzweifelten Situation, denn er kann nicht anders als morden. Sein Schicksal ist somit bereits schon von Anfang an besiegelt. Sein Art der Rache ist auf jeden Fall fatalistisch, kein Wunder, dass wir hier einer Tragödie beiwohnen. Peter Lee Lawrence ist der perfekte Johnny. Peter Lee Lawrence, der deutsche Schauspieler, der sehr viele interessante Italo Western drehte. Leder wurde dessen aufsteigende Karriere durch einen verlorenen Kampf gegen den Krebs drastisch verkürzt.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Freitag, 25. März 2022

Glut der Sonne (Dove si spara di piu)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Gianni Puccini

Romeo und Julia im Wilden Westen...

 Ein schwerverletzter junger Mann, der bald sterben wird, reitet auf seinem Pferd zur Ranch der Familie Campos. Dort angekommen fällt er zu Boden und stirbt vor den Augen seines Onkels Senor Campos (Rufino Ingles).
Übeltäter waren wie immer die Nachbarn, die Farmerfamilie Monter mit ihrem hasserfüllten Oberhaupt Bill Monter (Luis Induni).
Seine Frau (Ana Maria Noe) hält zu ihm, ist aber voller Furcht und Sorge über die seit langem anhaltende Blutfehde beider Patriarchen und deren Männer.
Dieser Hass schwappt auch auf die Kinder über. Campos hat einen ungestümen Sohn Lodorigo (Peter Martell), der eine ungewöhnliche Beziehung zum örtlichen Sheriff Cooper (Piero Lulli) pflegt.
Monters noch sehr junger Sohn Johnny (Peter Lee Lawrence) ist beinahe schon ein Mann, darf aber noch nicht mitreiten zu dem von Campos vorgeschlagenen Feuergefecht in freier Natur.
Dort soll die Siegerfamilie Bleiberecht bekommen, die Unterlegene Familie muss aber das Feld für immer räumen.
Ein neutraler Richter wird sogar für dieses bereinigende Spektakel engagiert.
Doch Campos spielt falsch und lockt die Männer von Monter in einen tödlichen Hinterhalt, bei dem viele ihr Leben lassen.
Johnny wird danach von den Campos gefangengenommen und soll auf dessen Ranch gequält und gefoltert werden.
Dort lernt er den einarmigen Banditen Lefty (Andres Mejuto) kennen, mit dem er sich duellieren soll.
Doch es kommt anders und aus den beiden Männern werden Freunde. Der Bandit bringt dem Youngster das Schiessen bei. 3 Dinge braucht es um ein Mann zu sein: Die Pistole, der Alkohol und die Frau. Letzteres wird im Saloon aufgespürt, die Barsängerin Lezerind (Maria Cuarda) führt den jungen Burschen in die Liebe ein.
Doch der hat nach einem Überfall auf eine Postkutsche, in der sich wertvolle Sachen von Todfeind Campos befinden soll, nur noch Augen für die junge Passagierin Giulietta (Christina Galbo).
Bald wird ihm klar, dass das Mädchen seiner Träume die Tochter von Campos ist und dass Schicksale wie in Shakespears "Romeo und Julia" auch im Western möglich sind...

 

  "Glut der Sonne" (Originaltitel: Dove si spara di più) ist ein italienisch-spanischer Western aus dem Jahr 1967, der von Gianni Puccini, ansonsten Director anspruchsvoller Stoffe, gedreht wurde. Es ist der einzige Italowestern des Regisseurs. Das Drehbuch zum Film stammt von Bruno Baratti und María del Carmen Martínez Román und orientiert sich an der bekannten Vorlage von Shakespeare.
Ein Jahr nach Fertigstellung dieses Westerns starb Puccini als 54-jähriger an einem Herzinfarkt. Sein Beitrag zum Genre zeichnet sich durch eine interessante Story und eine hervorragenden Besetzung aus, so gibt es in der Hauptrolle Genrestar Peter Lee Lawrence, der als Karl Otto Hirenbach 1945 in Lindau geborene deutsche Schauspieler, der mehrere Spaghettiwestern unter verschiedenen Künstlernamen drehte und als Arthur Grant in Filmen wie "Sando Kid spricht das letzte Halleluja" zu sehen war.
Lawrence starb 1974 im Alter von 29 Jahren.
Der junge Schauspieler nahm sich wohl das Leben als er mit der schrecklichen Diagnose "Hirntumor" konfrontiert war.
"Glut der Sonne" wurde von der Kritik alles andere als gut aufgenommen, er bekan üble Verisse. Sehr zu Unrecht, wie ich finde. Denn alles in allem ist "Glut der Sonne" ein höchst interessanter und sehr bizarrer Vertreter des Genres.
Nachhaltig wirkt vor allem die extrem geniale Schluss-Szene mit Gevatter Tod (Paul Naschy), der die Geschichte um Hass und Liebe surreal bestens abrundet.
Vor allem Peter Lee Lawrence als jugendlicher Held ist alles andere als glattgebügelt. Er verfügt über Ecken und Kanten und bleibt durchgehend eine interessante Filmfigur.
Neben dem für den Italo Western bestens bekannten heraus stechenden visuellen Erzähl-Stil, besticht die kleine, aber feine Westernperle vor allem durch seine Musik, die maßgeblich für die Atmosphäre des Films sorgt 

  Bewertung: 8,5 von 10 Punkten