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Freitag, 22. Juli 2022

Old Surehand


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Alfred Vohrer

Winnetous Freund Johnny Garden...

1965 war ein sehr erfolgreiches Filmjahr für Horst Wendlands Winnetou Filme. Am erfolgreichsten war natürlich "Winnetou 3" mit mit fast 4,4 Millionen Kinobesuchern, die den Film auf Platz 5 der Kinojahrescharts in Deutschland brachte. Auch "Der Ölprinz" kam auf fast 4 Millionen Zuschauer. "Old Surehand" brachte es auf 3 Millionen zahlende Kinobesucher. Erstmalig war Stewart Granger in dieser Rolle zu sehen, die allerdings sehr von Karl Mays Romanfigur abweicht. In den Romanen ist Old Surehands eigentlicher Name Leo Bender - ein Riese von Mann, der mit seiner Gewehr jedes Ziel trifft. Im Film wurde sein Name aber in Johnny Garden umgewandelt. Stewart spielt seine Figur aber sehr lässig, sein roter Bruder Winnetou - natürlich Pierre Brice - bleibt in dieser Geschichte etwas im Hintergrund. Er taucht aber zum Glück dann auf, wenn die Sache mal richtig brenzlig wird. Ansonsten hat dieser Johnny Garden alias Old Surehand mit Old Wabble (Paddy Fox) und den beiden verliebten Judith (Letitia Roman) und Toby (Mario Girotti, später Terence Hill) noch weitere Verbündete. Die braucht er auch, um einer fiesen Bande das Handwerk zu legen, deren Chef sich "General" (Larry Pennell) nennt und der möglicherweise auch Johnnys Bruder Paul Garden auf dem Gewissen hat. Old Surehand jagt den Verbrecher seit 3 Jahren - durch Old Wabble kommt endlich auch der Name dieses Generals ins Spiel als möglicher Mörder. Die Bande überfällt einen Zug der Union Bank Railway- Insurance und nimmt das dort befindliche Geld (Löhne für die Arbeiter) an sich. Kurz darauf töte zwei Mitglieder eine Vielzahl von Büffeln, um die Indianer gegen die Weißen aufzubringen und dann muss auch noch Farmersohn MacHara dran glauben. Diese Banditen haben es aber so inszeniert, dass der Vater des Getöteten glaubt die Komantschen wären die Täter. Immerhin will der Komantschenhäuptling Maki-Moteh (Dusan Antonijewic) den Friedenvertrag mit dem weißen Mann nicht zu vorschnell brechen und schickt daher seinen Sohn Tou-Wan (Sime Jagarinec) nach Mason City um Aufklärung zu erhalten. Doch der wird von einem unbekannten Schützen erschossen und nun wollen die Komantschen natürlich Vergeltung und graben das Kriegsbeil aus, sobald die Trommeln aufhören zu schlagen. Es bleibt Old Surehand daher nur noch wenig Zeit Krieg zwischen den Weißen und den Indianern zu verhindern....



Regie führte Alfred Vohrer, die harmonische Musik stammt natürlich von Martin Böttcher und Kameramann Karl Löb wusste gut, wie er die herrliche Location in Kroatien und Slowenien effektiv einfangen muss. Optisch sieht "Old Surehand" sehr gut aus und auch die Action ist gut in die Geschichte integriert worden. Vielleicht sogar Vohrers beste Karl May Verfilmung


Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Donnerstag, 14. Juli 2022

Der Ölprinz


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Regie: Harald Philipp

Winnetou gegen Spekulanten....

Auch "Der Ölprinz" aus dem Jahr 1965 schaffte es die Goldene Leinwand zu bekommen. Da weder Harald Reinl noch Alfred Vohrer für die Drehbarbeiten zur Verfügung standen, entschied sich Horst Wendlandt dafür, dass Harald Philipp den Film inszenieren sollte. Der Regisseur war zum damaligen Zeitpunkt kein Unbekannter mehr. Er drehte Anfang der 60er Jahre mit "Strafbatallion 999" und "Division Brandenburg" zwei Filme, die auf Romanen von Heinz G. Konsalik basierten und beide große Erfolge wurden. Später drehte mit "Mordnacht in Manhattan" und "Um Null Uhr schnappt die Falle zu" zwei Jerry Cotton Filme. "Der Ölprinz" sollte auch nicht sein letzter Ausflug in Sachen Karl May sein. Für "Winnetou und das Halbblut Apanatschi" fungierte er ebenfalls als Spielleiter.
Inszenatorisch flacht der Film aber gegenüber seinen Vorgängern etwas ab, auch wenn man mit Harald Leipnitz eine Gute Wahl für den Bösewicht gefunden hat. Walter Barnes macht wie immer ein gute Figur und auch die Bühneschauspielerin Antje Weisgerber als Siedlerfrau aus Deutschland ist überzeugend. In der Filmrolle als ihr sonderbarer und weltfremder Bruder Kantor Hampel ist Heinz Ehrhardt mit dabei. Auch Mario Girotti, der spätere Terence Hill, ist als gutmütiger Falschspieler mit von der Partie.

Es geht natürlich wie meistens um habgierige weiße Spekulanten, denen das Schicksal der Ureinwohner ziemlich egal ist. Sie wollen an die Ölvorräte, die sich natürlich auf dem Indianergebiet befinden. Winnetou (Pierre Brice) hat natürlich wieder alle Hände voll zu tun, um den Frieden zu bewahren. Zum Glück naht Old Surehand (Stewart Granger), der seinem Freund natürlich treu zur Seite steht. Auch auf Old Wabble (Paddy Fox) ist natürlich Verlass, auch wenn er etwas speziell ist. Als der Sohn von Häuptling Mokaschi (Mavid Popovic) vom Handlanger Knife (Slobodan Dimitrijevic) vom bösen Olprinz (Leipnitz) ermordet wird, ist das Schicksal der Siedergruppe im Indianergebiet beinahe schon wieder besiegelt. Denn der hasserfüllte Häuptling will Männer, Frauen, Kinder - alle abschlachten. Zum Glück kommt Old Surehand rechtzeitig. Einem neuen Abenteuer steht natürlich nichts mehr im Wege.

Bewertung: 6 von 10 Punkten. 
 

 

Mittwoch, 13. Juli 2022

Winnetou 1


Regie: Harald Reinl

Beginn einer wunderbaren Freundschaft....

1963 kam das zweite große "Winnetou" Abenteuer in die deutschen Kinos. Produzent Horst Wendland hatte beim ersten Film "Schatz im Silbersee" das große Risiko zu tragen, dass ein deutscher Western beim Publikum sang und klanglos untergehen Könnte. Doch sein Engagement für den deutschen Genrefilm lohnte sich und "Der Schatz im Silbersee" wurde ein riesiger Kinoerfolg. 10 Millionen Zuschauer kauften sich damals eine Kinokarte und damit war klar, dass auch "Winnetou 1" auf ein großes Publikum bauen kann. Auch dieser Film knackte die 10 Milllionen Zuschauermarke. "Winnetou 1" machte seine Darsteller berühmt und die Filme wurden auch internationale Erfolge, lange bevor sich Italien an die Spitze des Eurowestern setzten. Der Film zeigt wie Winnetou (Pierre Brice) und Old Shatterhand (Lex Barker) zu Blutsbrüdern werden. Der junge Apachenkrieger Schwarzer Adler (Dusko Dobudj) soll im Auftrag von Winnetou einige Goldstücke vom Nugget-tsil ins Lager der Apachen bringen. Der Nugget-tsil ist Berg der Apachen, wo sich das Gold der Indianer befindet. Doch der junge Krieger gerät in einen Hinterhalt des Banditen Santer (Mario Adorf) und seiner Bande, die gemeinsame Sache mit Häuptling Tangua (Tomoslav Erak) von den Kiowas machen. Der Plan der Schurken ist es die Eisenbahnlinie - entgegen der Abmachungen - direkt durchs Apachengebiet zu bauen. Nur gut, dass die Eisenbahnlinie einen aus Deutschland stammenden Vermessungsingenieur (Lex Barker) von der Great Western Railway vor Ort geschickt haben, der dieses Unrecht so schnell wie möglich wieder gut machen soll. Weil der Mann bekannt ist für seine schnelle und harte Faust nennen ihn sowohl Freunde als auch Feinde Old Shatterhand. Zu seinen besten Freunden gehört natürlich der alte Sam Hawkins (Ralf Wolter) und seine Scout Kumpels Dick Stone (Demeter Bitenc) und Will Parker (Husein Cocik). Doch schon vor seiner Ankunft zu Eisenbahnlager hat es in sich. Der Treck, dem er sich anschließt, wird von wilden Kiowas überfallen. Mit guter Schußkraft und viel Dynamit kann Old Shatterhand den Kampf jedoch für sich gewinnen. Im Lager deckt er auch sofort die betrügerischen Machenschaften des Bauunternehmers Bancroft (Branko Spoljar) auf. Natürlich steckt Santer dahinter. Als Winnetou und der weiße Berater der Apachen Klekih Petra (Hrvoja Svob) im Lager auftauchen und Auskunft darüber verlagen, warum der weiße Mann die Eisenbahn mitten im Gebiet der Apachen baut, kommt es durch Santer durch eine Konfrontation. Santer erschießt Klekih Petra und nimmt Winnetou gefangen. Er liefert den Häuptlingssohn den feindlichen Kiowas aus. Nachts kann Old Shatterhand den Gefangenen, der am Marterpfahl sterben soll, heimlich befreien, ohne dass Winnetou weiß, wer der Befreier war. In Roswell, einem neu gegründeten Ort an der Bahnstrecke, kommt es zum Kampf zwischen der Santer Bande und Old Shatterhands Männern. Mitten im Kampf tauchen de Apachen auf. Old Shatterhand, Sam Hawkins und die beiden Scouts werden von den Indianern gefangen genommen und sollen nun am Marterpfahl sterben. Doch zuerst wird der schwer verletzte Old Shatterhand von Winnetous Schwester Nscho-tschi (Marie Versini) gesund gepflegt. Sie verliebt sich in den weißen Mann und versucht nun alles mögliche um Old Shatterhand vom grausamen Tod zu bewahren. Immerhin entscheiden sich die Apachen für ein Gottesurteil. Ein Kampf auf Leben und Tod in einem Kanu mit Leck - gegen Winnetous Vater (Mavid Popovic)..


Die Kanuszene ist sicherlich die beste Sequenz des Films. Als Kind zum ersten Mal gesehen und ich finde sie heute noch genauso schön wie damals. Sängerin Dunja Rajter ist als Belle zu sehen und Chris Howland spielt den Fotografen Tuff-Tuff, der unbedingt ein Foto von den wilden Indianern machen möchte, aber immer geht etwas daneben. Natürlich sind die Winnetou Films sehr naiv und einfach gestrickt und ähneln sich. Die Banditen sind immer in riesengroßer Anzahl im Geschehen, werden zwar ständig niedergeschossen, aber die Gruppe mininiert sich einfach nicht. Mario Adolf gibt natürlich einen guten Bösewicht ab und bei der Blutbrüderschaft von Winnetou und Old Shatterhand freut sich Jung und Alt. Die Szenen der Büffeljagd stammen übrigens von dem bekannten Hollywood Western "Die letzte Jagd"von Richard Brooks. Als Auszeichnung gabs einmal mehr die Goldene Leinwand und den Bambi für den erfolgreichsten Film des Jahres.

Bewertung:7,5 von 10 Punkten. 

 

Winnetou 2


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Harald Reinl

Winnetous große Liebe....

Noch bevor einige Jahre später der Spaghetti Western Welterfolge feierte, gab es die deutschen Karl May Verfilmungen des Produzenten Horst Wendland von der Rialto Film, der die Figur des Apachenhäuptlings Winnetou in die Kinos brachte. Der erste Film dieser Reihe war "Schatz im Silbersee" und lockte mehr als 10 Millionen Zuschauer in die Kinos. Auch der Nachfolger "Winnetou 1" war nicht minder erfolgreich. Beide Filme gehören immer noch zu den drei erfolgreichsten deutschen Filmproduktionen der letzten 60 Jahre.
Die Winnetou Filme machten Hauptdarsteller Pierre Brice berühmt und Hollywoodstar und Ex Tarzan Darsteller Lex Barker gelang damit ein furiosen Filmcomeback in Europa.
Maßgeblich am Erfolg beteiligt war natürlich auch die harmonische Filmmusik von Martin Böttcher, der für insgesamt 10 Karl May Filme die Musik komponierte.
In "Winnetou 2" aus dem Jahr 1964 sucht der Häuptling der Apachen den Sinn in seinem Leben und er erkennt, dass er den Frieden zwischen Rot und Weiß stiften muss. Anders als in den meisten Hollywood Western davor und danach sind beim s.g "Teutonen- oder Sauerkrautwestern" die Sympathien durchweg bei den Rothäuten und es sind die Weißen, die die Friedensverträge brechen.
So auch hier in "Winnetou 2", der auf 6,5 Millionen Kinozuschauer kam. Nach dem Tod von Winnetous Vater Intschu Tschuna und seiner Schwester Nscho-Tschi versucht Winnetou möglichst viele andere Indianerstämme zu moblilisieren, um sich für den Frieden mit dem weißen Mann stark zu machen. Doch das ist nicht einfach, denn beide Seiten sind gegeneinander feindlich gestimmt.
Zufälligerweise rettet er dem Indianermädchen Ribanna (Karin Dor) das Leben, die von einem riesigen Bären angegriffen wird. Es folgt die Einladung zu ihrem Stamm - den Assiniboins. Ribannas Vater ist der Häuptling Tah Sha Tunga (Rikard Brzeska), ebenfalls ein besonnener Stammesführer und Mann des Friedens. Winnetou verliebt sich in Häuptlingstochter und rettet durch seine Fürsprache das Leben von drei jungen Soldaten, die am Marterpfahl hätten sterben sollen. Unter ihnen ist Leutnann Robert Merril (Mario Girotti), Sohn des unerbittlichen Oberst Merril (Renato Baldini), der das Fort befehligt. Der Frieden könnte nun kommen, doch es gibt natürlich böse Banditen wie Bud Forrester (Anthony Steel) und seine Schergen (u.a Klaus Kinski), die ein Ponca Dorf überfallen und Frauen und Kinder ermorden, nur weil sie an das Ölvorkommen auf dem Indianerland herankommen wollen. Ein Konfrontation ist unvermeidlich...


Natürlich kommt Old Shatterhand - Winnetous Blutsbruder - immer im entscheidenden Moment vorbei, wenn die Not am größten ist. Für Humor sorgt Eddi Arent als Lord Castlepool. Gedreht wurde an wunderbaren Plittwitzer Seen im heuigen Kroatien sowie in der Höhle von Postojna in Slowenien. Der Film wartet wie immer mit wunderschönen Landschaftsbildern und naiv- sympathischer Story auf.


Bewertung:7,5 von 10 Punkten. 

Winnetou 3


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Harald Reinl 

Winnetous letzte Mission...

Ich glaube man kann die "Winnetou" Filme am besten genießen, wenn man sie mit Kinderaugen ansieht - sofern man sie sich in all den Jahren noch erhalten hat. Nein, das ist wahrlich nicht die schlechteste Sehgewohnheit sich einen Film anzusehen.  In den 60er Jahren waren diese Karl May Verfilmungen des Produzenten Horst Wendlandt die absoluten Kinohits und mit Ihnen wurden die Hauptdarsteller zu den gefragtesten Stars. Pierre Brice - er erhielt in diesen Jahren zwölfmal den begehrten Bravo Otto als bester Schauspieler (also ein Preis, den junge Menschen vergeben) und fünfmal den Bambi. Auch Lex Barker als Old Shatterhand war enorm beliebt, was sich in zwei Bambis und einem Bronzenen Otto widerspiegelte. Winnetous Filmschwester aus "Winnetou 1" machte die Französin Marie Versini populär, auch sie gewann sechsmal einen Bravo Otto. Die meisten Winnetou Filme bekamen natürlich auch eine Goldene Leinwand für besonders viele Kinobesucher während eines bestimmten Zeitraums.
Im Jahr 2001 drehte Regisseur Michael Herbig eine humorige Hommage an diese Filme, sein "Schuh des Manitu" wurde zum größten deutschen Kinohit der letzten 60 Jahre und zog 11,7 Millionen Zuschauer in die Kinos. Damit war bewiesen, dass diese deutschen Western liebevoll im deutschen Kollektiv abgespeichert sind. "Winnetou 1" kam auf 10 Millionen Zuschauer (Platz 5 in der Liste der erfolgreichsten deutschen Filme), "Der Schatz im Silbersee" mit fast gleicher Zuschauerzahl auf Platz 7 und "Old Shatterhand" wollten 8,5 Millionen Deutsche im Kino sehen. Es folgen "Winnetou 2" mit fast 7 Millionen. Weil der großartige Indianerhäuptling in "Winnetou 3" den Tod findet, fällt dieser Teil der Winnetou Trilogie etwas zurück, aber immerhin - ähnlich wie "Unter Geier" weit über 4 Millionen gezahlte Eintrittskarten.
Winnetou ist hilfreich, edel und gut und er setzt sich mit seinem Leben für den Frieden ein. Nie wurde ein Indianer wertvoller präsentiert als im Teutonenwestern. Das ist der große Unterschied zum US-Western. In Teil 1 verliert er seinen Vater und seine Schwester durch die Waffen des weißen Mannes, im zweiten Teil muss er auf die Liebe zu Ribanna verzichten, weil deren Ehe mit einem anderen Mann den Frieden sichern könnte und im dritten Teil - Winnetou ahnt natürlich seinen baldigen Tod - stellt er sich schützend vor seinen besten Freund Old Shatterhand (Lex Barker), der durch eine Kugel des Banditen Rollins (Rik Battaglia) sterben sollte. Nun ist der große Häuptling der Apachen getrofffen - er kann sich nur noch von seinem besten Freund und von seinem treuen Rappen Iltschi verabschieden.

Die Leute bei der Rialto Film sollen alle geweint haben, so traurig ist dieser Schluß. Es ging danach zwar noch mit einigen anderen Winnetou Filmen weiter, aber "Winnetou 3" markiert eigentlich schon den Schluß dieser goldenen Ära für den deutschen Western. Ralf Wolter spielt Sam Hawkins "das ich mich nicht irre", Carl Lange ist als guter Gouverneur zu sehen und Dusan Antonijevic als alkoholsüchtiger Jicarilla Häuptling Weißer Büffel,dessen Sohn (Slobodan Dimitrijevic) von den Banditen gemeuchelt wurde, damit man diesen feigen Mord Winnetou in die Schuhe schieben kann. Regisseur war natürlich Harald Reinl, der sehr sorgfältig inszenierte und sowohl Musik (Martin Böttcher) und Kamera (Ernst w. Kalinke) tragen sehr viel zum Gelingen des besonderen Winnetou Spirits bei. Man könnte mal über eine Restaurierung dieser Filme nachdenken.

Bewertung. 7 von 10 Punkten. 

 

Unter Geiern


Regie: Alfred Vohrer

Winnetou gegen die Geier Bande...

Erstmalig wurde mit "Unter Geiern" Regisseur Alfred Vohrer mit der Regie in einem Karl May Film betraut. Auch dieser "Teutonenwestern" wurde ein großer Erfolg an der Kinokasse. Innert von 12 Monaten sahen über 3 Millionen Zuschauer den Film im Kino, dafür wurde an die Macher die "Goldene Leinwand" verliehen. "Unter Geiern" entstand 1964 - wobei zu dieser Zeit bereits der Höhepunkt der "Winnetou Welle" schon erreicht war. Lediglich "Winnetou 3" wurde noch einmal ein Megaerfolg und führte die Kinojahrescharts 1966 an. Lex Barker, der in den ersten Winnetou Filmen als Old Shatterhand zu sehen war, wurde ersetzt durch den Hollywoodstar Stewart Granger, der die Rolle des Old Surehand übernahm. Granger war in den 50er Jahren schon in einigen sehr erfolgreichen Western wie "Schlucht des Verderbens", "Gefährten des Grauens", "Land der 1000 Abenteuer" oder "Die Letzte Jagd".
Die Machart unserer beliebten "Krautwestern" wird ihn sicherlich etwas irritiert haben, denn diese weicht durch eine extreme Indianerromantik doch weit von den US-Western dieser Zeit ab.
Es sollte nicht bei diesem einen Film bleiben - auch für "Der Ölprinz" und "Old Surehand" wurde der Schauspieler verpflichtet.
Es war dem Riesenerfolg des Rialto Films "Der Schatz im Silbersee" zu verdanken, dass Produzent Horst Wendtland dazu veranlasste in Serie mit solchen Filmen zu gehen. Auch Artur Brauners CCC-Film stieg auf das Pferd auf und brachte Filme wie "Old Shatterhand" oder "Winnetou und Shatterhand im Tal des Todes" in die Lichtspielhäuser. Letzgenannter war dann auch der Abschluß dieser erfolgreichsten Kinoserie der 60er Jahre. Gedreht wurde in Kroatien - die dortige Gebirgslandschaft und die wunderbaren Seenlandschaften des Nationalpark Plitvicer Seen waren charakteristisch für die Karl May Filme.
Die Handlung ist sehr einfach gehalten und man kann ihr sogar folgen, wenn man kein Wort Deutsch spricht. Es ist die Zeit der Siedlertrecks in Richtung Westen. Siedler, Händler und Abenteurer verschlägt es nach Arizona, in dem noch wilde Indianerstämme wie die Schoschonen leben. Es gibt aber auch friedliche Stämme - die Apachen sind es dank dem edlen Häuptling Winnetou (Pierre Brice). Der pflegt mit vielen weißen Männern eine innige Freundschaft, so auch mit Old Surehand (Stewart Granger) und dem Siedler Baumann (Walter Barnes) und seinem Sohn Martin (Götz George). Daher ist es nicht verwunderlich, dass das Trio eines Tages auf Bärenjagd geht. Doch währenddessen meuchelt die Geierbande, allen voran Anführer Preston (Sieghard Rupp) und der als Prediger verkleidete Fiesling Weller (Miha Baloh) den Rest der Familie und zwar so geschickt, dass der Verdacht eindeutig auf die bisher friedlichen Schoschonen fällt. Als Baumann seine tote Frau Martha tot in den brennenden Ruinen seiner Ranch entdeckt, wird er zum Indianerhasser und ist sich sicher, dass der Schoschonenhäuptling Wokadeh (Gojko Mitic) der Mörder ist. Er bricht sogar mit seinem Freund Winnetou. Der hat es sich aber zur Aufgabe gemacht die wahren Mörder zu finden....

Elke Sommer ist als Annie zu sehen, die sich in Martin verliebt und Old Wabble (Milan Srdoc) agiert als Ersatz für Sam Hawkins alias Ralf Wolter, der in den ersten Winnetou Filmen eine markante Nebenrolle erhielt und diese mit viel Humor ausfüllte. Auch die jugoslawische Sängerin Dunja Rajter ist als Bardame der Geierbande zu sehen. Ausserdem werden die aufmerksamen Zuschauer den jungen Mario Girotti erkennen, der ein Jahrzehnt später als Terence Hill ein populärer Kinostar war und mit Bud Spencer einige Kultfilme drehte.
Insgesamt bietet "Unter Geiern" nette und sympathische Westernunterhaltung mit den üblichen Zutaten eines "Krautwestern": Viele Indianer, viel "Mein Bruder" Begrüßungsgedöns von Winnetou und üble Schurken, dazu einige Brände und natürlich diverse Explosionen. Am Ende kriegen sich Annie und Martin und Winnetou freut scih darauf irgendwann wieder seinen Blutsbruder zu sehen. Die Filmmusik von Martin Böttcher, eine leichte Abwandlung der Winnetou Melodie,  ist wie gewohnt wunderschön.

Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.

 

Dienstag, 19. April 2022

Old Shatterhand (Old Shatterhand)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Hugo Fregonese

Für immer Blutsbrüder...

"Old Shatterhand" wurde als Prouktion von Artur Brauner im Jahr 1964 als 3. Winnetou Film der Nachkriegszeit inszeniert und war sozusagen Nachfolger der beiden vorangegangen Publikumsgroßerfolge "Der Schatz im Silbersee" (Harald Reinl, 1962) und "Winnetou 1" (Harald Reinl, 1963), die beide ihrem Produzenten Horst Wendlandt einen großen Triumph an der Kasse bescherte. Auch "Old Shatterhand" setzte diesen Erfolg fort, für über 3 Millionen Kinobesucher innert von 12 Monaten bekam der Film die "Goldene Leinwand". Als Kind war dieser Film immer einer meiner Lieblings-Karl May Filme und auch heute noch finde ich ihn sehr nett anzuschauen. Man muss aber gerechterweise anerkennen, dass Reinls Vorgänger schon etwas besser in Szene gesetzt wurden. Immer noch gut anzusehen ist der Angriff der Komantschen in der Schlucht, wenn sie von oben riesige Steinbrocken auf die Planwagen werfen. Auch die tragische Sequenz mit dem kleinen Jungen, dem einzigen Zeugen des Mordes an seinen Eltern, bleibt in Erinnerung. Gleich am Anfang passiert dieser Mord an den holländischen Farmern Kampendijk, der kleine Tom (Tom Putzgruber) ist der einzige Überlebende. Er konnte sich noch rechtzeitig erfolgreich im Haus verstecken, musste aber mitansehen, wie seine Eltern von Banditen und betrunkenen Komatschen getötet wurde. Diese Bande will den Apachen die Morde in die Schuhe schieben und kann es auch so aussehen lassen, denn sie haben kurz vorher zwei Apachen ermordet und diese Leichen dann gleich bei der Farm zurück gelassen. Sie wollen unter allen Umständen den Friedensvertrag zwischen Häuptling Winnetou (Pierre Brice) mit General Taylor (Charles Fawcett) verhindern, der bald zustande kommen soll. Die Bande macht auch weiterhin Jagd auf die Apachen, nur in letzter Sekunde kann Old Shatterhand (Lex Barker) verhindern, dass Winnetous Adoptivsohn Tujunga (Alain Tissier) am Galgenstrick endet. Im Anschluß sucht er in einer Missionsstation an den Schäumenden Wassern die Halbindianerin Paloma Nakama (Daliah Lavi), die den kleinen Tom bei sich aufgenommen hat. Zur Sicherheit sollen die beiden nach Golden Hill gehen, wo Old Shatterhand sie bei seiner alten Freundin Rosemarie (Kitti Mattern) unterbringen will. Natürlich komplettiert irgendwann im Laufe der Handlung der gute alte Sam Hawkins (Ralf Wolter) die Guten. Doch die Banditen Dixon (Rik Battaglia) und Burker (Mirko Ellis) sind nicht untätig. Sie verbünden sich noch enger mit den Komantschen und sie haben mit Captain Bradley (Guy Madison) einen noch mächtigeren Komplizen, der bald das Sagen in Fort Grant hat. Als Tujunga gefangen genommen wird und erschossen werden soll, muss Winnetou das Kriegsbeil ausgraben...


Wie alle Karl May Western ist auch "Old Shatterhand" sehr gut fotografiert und als Regisseur wurde der argentinische Filmemacher Hugo Fregonese engagiert, der bereits erfolgreich auch in den USA Western drehte. Sein bekanntester Genrebeitrag ist wahrscheinlich "Apache Drums" (Deutscher Titel: Trommeln des Todes). In Deutschland drehte er erstmalig einige Monate vor "Old Shatterhand" den Krimi "Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse".

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

 

Mittwoch, 9. März 2022

Der Schatz im Silbersee (Der Schatz im Silbersee)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Harald Reinl

Die Gier nach Gold...

Anfang der 60er Jahre waren die Karl May Bücher enorm beliebt, dies war auch mit ein Grund warum sich Horst Wendlandt sehr viel davon versprach die Geschichten auch fürs Kino zu verfilmen. Er konnte seine wichtigsten Partner, den dänischen Filmproduzenten Preben Philipsen, dem mehrheitlich die Rialto Film gehörte und Waldfried Barthel, den Boss der Constantin Film überzeugen das Risiko einer Großproduktion zu wagen. So entstand 1962 mit "Der Schatz im Silbersee" der erste karl May Film der Nachkriegszeit. Als Partner konnte auch die jugoslawische staatliche Filmfirma jadran Film gewonnen werden, denn die Dreharbeiten fanden an den Plitvicer Seen statt. Als Silbersee diente der See Kaluderovac. Die dramatische Schlußszene entstand am Wasserfall des Sees Galovac. Insgesamt verschlang die aufwendige Produktion die damals stolze Summe von 3,5 Millionen Mark. Aber der Lohn für den ersten Ausflug ins Werk von Karl May war hoch. Der Film erhielt die goldene Leinwand für über 3 Millionen Besucher im Jahr 1963 und spielte fette 6,4 Millionen DM ein. Die Filmbewertungsstelle in Wiesbaden zückte das Prädikat "wertvoll" und am 19. April 1964 gabs auch noch den Bambi.
Lobenswert war der Mut der Macher einen opulenten Cinema Scope Farbfilm entstehen zu lassen, der im Grunde ein Western war, allerdings einer aus der Sicht eines Europäers. Und im Grunde auch die Klischees des amerikanischen Westerns auf den Kopf gestellt - denn in der Welt des Karl May waren meistens die Indianer die Guten und der weiße Mann wurde als Eindringling in das fremde Land beschreiben, das den Ureinwohnern den Lebensraum streitig machte. Wenn man die "Winnetou" Filme heute anschaut, dann begreift man das Szenario mitunter als einen herrlich großen Indianerspielplatz mit viel Prärie, viel Abenteuern, viel Schurken und jeder Menge Indianer auf dem Kriegspfad. In der Mitte der tapfere Apachenhäuptling und sein weißer Freund, die für Recht und Ordnung kämpfen. In Punkto "Spielplatzatmosphäre" sind diese Filme sogar als Wegbereiter des modernen Kinos anzusehen, denn Blockbuster-Reihen wie "Indiana Jones", "Fluch der karibik", "Jurassic Park" oder "Transformers" vermitteln ebenfalls einen mit vielen Sehnsüchten gefüllten Abenteuerspielplatz.
Im kleinen Westernstädtchen Tulsa wird im Saloon gefeiert. Doch dann trifft eine überfallene Postkutsche ein, dort liegt der tote Vater von Fred Engel (Götz George). Dieser war auf der Suche nach dem legendären Schatz im Silbersee, doch auch der Bandit Colonel Brinkley (Herbert Lom) ist scharf auf den Schatz. Fred schwört Rache und macht sich auf die Suche nach dem Meuchelmördern. begleitet wir er von Old Shatterhand (Lex Barker) und Winnetou (Pierre Brice). Natürlich dürfen Sam Hawkins (Ralf Wolter) und Gunstick Uncle (Mirko Boman) nicht fehlen. Die Suche nach dem Schatz ist auch schwierig, da die Schatzkarte in zwei Hälften unterteilt ist und eine davon befindet sch auf der befestigten Farm der Mrs. Butler (Marianne Hoppe) in vertrauensvollen Händen von Engels Partner Mr. Patterson (Jan Sid). Dessen hübsche Tochter Ellen (Karin Dor) ist mit Fred liiert. Dann greifen auch schon die Banditen an. Old Shatterhand hat alle Hände voll zu tun das Fort gegen die Überzahl der Banditen zu verteidigen. Nur gut, dass Winnetou naht - ihm zur Seite der Stamm der Osagen, die den Farmern helfen.  Nun aber auf zum Silbersee. Doch vorher wird noch Bekanntschaft gemacht mit dem englischen Lord Castlepool (Eddi Arent) , der auf Jagd nach dem seltenen Schmetterlings-Exemplar Papilio polymnestor parinda  ist. Der ist aber lange nicht so gefährlich wie der Große Wolf (Jozo Covacevic), Häuptling der Utahs. Der Stamm glaubt, dass Winnetou und Old Shatterhand für ihrer Tod der Frauen und Kindern verantwortlich sind. Ein Kampf auf Leben und Tod entscheidet über die Wahrheit. Am Silbersee kommt es dann endlich auch zur Konfrontation mit den bösen Banditen...

 Zuerst sollte Alfred Vohrer die Regie führen, dann entschied sich Wendlandt doch für Harald Reinl. Dieser setzt auf opulente Bilder und viel Bewegung. Ständig ist was los, ständig wird gekämpft. Der französische Jungstar Pierre Brice wird mit diesem Film zum beliebtesten Filmstar der Deutschen und wird zur Legende. Die Atmosphäre ist in sehr schöner Weise als naiv zu bezeichnen, die Kulisse sorgt für zusätzliche große Reize. Noch vor dem Italo Western war der Western Made in Germany plötzlich auch im Ursprungsland des Western beliebt und man meinte, dass es die Europäer braucht um den altehrwürdigen Genre wieder frischen Wind zu geben. Sehr effektiv auch die Schlußszene in der Höhle, wo der Schatz liegt und keiner mehr mit dem anderen teilen will. Sie erstechen und erschlagen sich gegenseitig, der uralte Indianer, der den Schatz hütet, bedient einen Hebel und Brinkley fält mit dem Gold in eine Moorgrube - auch er hat seine Habgier mit dem Leben bezahlt.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.