Posts mit dem Label Darsteller: Oliver Reed werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Darsteller: Oliver Reed werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 22. Juli 2022

Wie ein Schrei im Wind (The Trap)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sidney Hayers

Der Trapper...

Der britische Regisseur Sidney Hayers machte sich am Anfang seiner Filmkarriere zuerst einen Namen als Filmeditor in Produktionen wie "Einer kam durch", "Die letzte Nacht der Titanic" oder "Tiger Bay". Seine bekannteste Regiearbeit ist der 1966 entstandene Western "Wie ein Schrei im Wind" (Originaltitel: The Trap) mit den damals sehr populären Hauptdarstellern Oliver Reed und Rita Tushington. Gedreht wurde in der kanadischen Provinz British Columbia - einer der ersten Filme, die in dieser faszinierenden Naturlandschaft gedreht wurde und für den versierten Kameramann Robert Krasker (Oscar für "Der dritte Mann") war es ein leichtes diese wunderbare und beinahe noch unberührte Idylle in ebenso wunderschönen Bilder einzufangen.
Es ist die Geschichte des französsich-kanadischen Pelzjägers Jean La Bete (Oliver Reed), der ganz alleine in der tiefsten Wildnis in seinem Blockhaus lebt. Um Pelze zu verkaufen paddelt der etwas grobe Einzelgänger mit seinem Kanu durch viele Kilometer wilden Wassers zu einer entfernten Siedlung. Zur selben Zeit hat ein Dampfschiff dort angelegt und alle Bewohner eilen zum Hafen um Post, Nahrungsmittel und weitere Konsumgüter zu holen. Diesmal hat der Kapitän auch einige Frauen an Bord, die im Gefängnis waren und von einigen heiratswilligen Bewohnern gekauft wurden um in der Siedlung den heiligen Bund der Ehe einzugehen. Für den Pelzhändler (Rex Sevenoaks) ist ein Klavier an Bord, dass seine ehrgeizige Gattin (Barbara Chillcott) für die gemeinsame Tochter Sarah (Linda Goranson) gekauft hat. Besonders die Mutter will ihrer Tochter eine sorglose Zukunft bereiten, sie soll einmal einen betuchten Geschäftsmann ehelichen. Die stumme Waise Eve (Rita Tushingham) lebt seit ihrem 8. Lebensjahr bei der Familie, damals musste das arme Kind mitansehen wie Indianer ihre ganze Familie a bschlachteten. Seit diesem Trauma hat das Mädchen nie wieder ein Wort gesprochen. Der Pelzhändler schuldet La Bete noch 1.000 Dollara und muss ihn wohl oder übel auszahlen. Dies passt seiner Frau nicht, die Eve für genau diese Summe an den bärbeißigen Fallensteller. Somit wird Eve mehr oder weniger gezwungen als seine Frau mit ihm den Weg in die Wildnis anzutreten. Das Verhältnis des ungewöhnlichen Paares ist zunächst jedoch von großer Distanz geprägt, sind sind auch sehr verschieden. Doch durch viele gemeinsame Erlebnisse und Gefahren kommen sie sich näher....

Bären, Pumas und Wölfe machen das Leben in der Wildnis schwierig, aber auch aggressive gewaltbereite Indianer. Sehr einfühlsam wird die Annäherung zweier Aussenseiter geschildert. Inzwischen gilt dieser Abenteuerwestern mit epischen Momenten und psychologischem Anteil als ein sehr wichtiger britischer Film der 60er Jahre. Der ungehobelte Pelzjäger bot Oliver Reed reichlich Gelegenheit sein schauspielerisches Können zu beweisen und Rita Tushingham, die mit Filmen des British New Wave Cinema wie "Bitterer Honig" und "Der gewisse Kniff" bekannt wurde, zeigt eine der besten Leistungen ihrer Karriere. 

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Sonntag, 27. Februar 2022

Leise weht der Wind des Todes (The Hunting Party)


Regie: Don Medford

Zielscheiben...

"Leise weht der Wind des Todes" aus dem Jahre 1971 ist eine britisch-italienisch-spanische Coproduktion, somit ein Eurowestern. Aufgrund seiner zynischen und brutalen Machart wird er auch zum Genre des Italo Western gezählt.
Dass Don Medford hauptsächlich fürs Fernsehen arbeitete, sieht man dem Film zumindest optisch nicht an. Die Kameraführung zieht gekonnt alle Register, ob intimes close-up oder Totale vom weiten Land. Kameramann Cecilio Paniagua ist auch kein Unbekannter, er ist verantwortlich für "100 Gewehre" und vor allem für seine exzellente Arbeit in Mario Bavas "Lisa und die Teufel".
Zur Handlung: Die schöne Melissa (Candice Bergen) ist mehr oder weniger unglücklich verheiratet mit dem schwerreichen und menschenverachtenden Viehbaron Brent Ruger (Gene Hackman). In der ersten Szene wird sie vom Ehemann, der sie für einen Besitz hält, einfach mal so vergewaltigt.
Melissa will sich aussprechen, aber Brent hat keine Zeit: Er hat eine Jagdgesellschaft für ebenso reiche Großkapitalisten organisiert und versorgt die illustre Gesellschaft während einer gemieteten Eisenbahnfahrt mit Nutten und vor allem mit den modernsten Präzisionsgewehren. Geeignet für Zielscheiben, die sich gut einen kilometer entfernt befinden.
Melissa wird währenddessen von Frank Caulder (Oliver Reed) und seiner chaotischen Bande entführt. Der Bandenboss möchte einfach lesen lernen und hat lediglich Melissa für die Dorfschullehrerin gehalten.
Brant erfährt von der Entführung und kann seine reichen Freude dann dazu gewinnen, sich der Jagd auf lebendige Bamditen anzuschliessen. Die Gewehre sind so gut, dass man immer feige im Hinterhalt bleiben kann und nur die Köpfe der Gegenseite rollen... 

 "The Hunting Party" so der Originaltitel charakterisiert den Film schon besser als der deutsche Titel, der etwas angelehnt an den Sergio Leone "Spiel mir das Lied vom Tod" Klassiker zu sein scheint. Immerhin hat der Musikscore einen Morricone-Touch.Subtil und mit langem Atem inszeniert ist bei "The Hunting Party" allerdings Fehlanzeige.Vergleichen lässt sich das eher, zumindest in der Darstellung der Gewaltszenen, an die Bildkompositionen des Sam Peckinpah. Einziger Unterschied: Medford hat ein sehr dünnes Drehbuch zur Verfügung und so setzt irgendwann trotz guter Ansätze in Zynismus und Kälte die Dramaturgie vornehmlich auf die brutale Darstellung der Menschenjagd. Problematisch ist dann auch manche Absurdität: So wirkt dies dann doch arg konstruiert, wenn die Entführung nur aufgrund des Wunsches Schreiben und Lesen zu lernen stattgefunden haben soll. Dass Melissa Frau eines schwerreichen Ranchers ist, wäre eigentlich der logischere Grund für Outlaws. Ausserdem agiert die Gang äusserst blöde. wohlwissend, dass im sicheren Hinterhalt immer mehrere Gewehrläufe auf sie gerichtet sein könnten, sind sie immer wieder völlig unvorsichtig ohne Deckung unterwegs...nur darauf wartend abgeknallt zu werden.Der Film hat aber auch einige Vorzüge. Er hat durch seine drei Figuren immer wieder eine Art Spannung und wirkt mysteriös. In seinen guten Momenten bringt er die Quintessenz des Italogenres auf den Punkt.Und immerhin gibt es ja auch ein Wiedersehen mit Candice Bergen. Eine Schauspielerin, die wie keine andere das Gesicht des Spätwesterns in der Frühsiebzigern geprägt hat. Unvergessen ihre Rolle als Cresta Lee in "Soldier Blue".

Bewertung: 7 von 10 Punkten.