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Sonntag, 8. Januar 2023

Mercenario - Der Gefürchtete (Il mercenario) - Die gefürchteten Zwei


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sergio Corbucci

Es lebe die Revolution...

1968 hätte Sergio Corbucci seinen Western "Mercanario" eigentlich gar nicht drehen sollen, denn Gillo Pontecorvo war zuerst als Regisseur vorgesehen. Der entschied sich aber lieber mit Marlon Brando "Queimada" zu drehen und so entschied man sich für Sergio Corbucci, der mit "Django" und "Leichen pflastern seinen Weg" bereits zwei der besten Spaghetti Western ablieferte.
Sein "Mercenario" bekam in Deutschland den Zusatz "der Gefürchtete" verpasst, ist aber auch unter dem Titel "Die gefürchteten Zwei" vermarktet worden. Die Geschichte spielt am Ende des Wilden Westens und beginnt mit Clowns in einer Arena, die bereits mit Werbeplakaten für Autos, Grammophone und Cola zugepflastert ist. Der Kapitalismus, der Kommerz ist schon längst angekommen. Ein Revolutionär wie Paco Roman (Tony Musante) kann nur als Clown getarnt überleben, sein Kampf mit dem Stier ist eine gewisse Parodie auf seinen eigenen Kampf, der er lange Zeit vorher geführt hatte. Nun ist eer auf der Flucht. Sein Gegner Riccolo (Jack Palance) ist bereits im Anmarsch, aber das erfährt der Zuschauer erst viel später - nach der Rückblende, die während der mexikanischen Revolution spielt. Der Minenbesitzer Alfonso Garcia (Eduardo Fajardo) engagiert den polnischen Söldner Sergei Kowalski (Franco Nero) um sieben Tonnen Silber zu schützen. Er soll die teure Fracht in die USA transportieren. Als der Söldner das Silber in Empfang nehmen will, ist gerade ein Aufstand der unterdrückten Bauarbeiter in Vollem Gange - angeführt werden die Rebellen von den charismatischen Paco Roman. Da beide Männer von einer gemeinsamen Zusammenarbeit profitieren können, werden sie zu Geschäftspartnern. Sie können den sadistischen Söldner Curly ausschalten, der auch das Silber haben wollte. Nachdem Paco eine Stadt befreien konnte, möchte er dem Banditenleben ein Ende machen und stattdessen Revolutionär fürs Volk werden. Untestützt wird er dabei von der Freiheitkämpferin Columba (Giovanna Ralli). Mit dem Versprechen, Paco so berühmt wie Pancho Villa zu machen, verdient sich der raffinierte Pole eine hohe Gage bei Paco. Doch inzwischen ist die Armee den Freischärlern auf der Spur....

Die Musik von Ennio Morricone nimmt einmal mehr einen sehr starken Einfluss auf das Geschehen. "Il Mercenario" ist ein hervorragender Revolutionswestern und parodiert sich gleichzeitig selbst. Nichts ist wie es scheint, aber jede noch so auswegslose Situation, in die die beiden Protagonisten geraten., löst sich stets pointiert auf.

Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Django


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sergio Corbucci

Ein Mann mit Sarg...

Spaghetti Western waren viel temporeicher und actiongeladener als ihre amerikanischen Verwandten. Die Dialoge waren spärlich und einige Kritiker meinten, diese Western seien komponiert wie Opern, die die Musik als narratives Element nutzten. Für damalige Zeiten waren die Italo Western überaus brutal und einige davon hatten sorgar ernsthafte Probleme mit der Zensur. Oft wurden diese Filme für die Kinoauswertung gekürzt. Meistens spielen die Italo Western entlang der amerikanisch-mexikanischen Grenze und präsentierten einen neuen Westerner, der laut und teilweise auch sadistisch war. Der amerikanische Bürgerkrieg und seine Nachwirkungen sind ebenfalls ein wiederkehrendes Thema. Doch statt der bekannten Westernnamen wie Will Kane, Ethan Edwards, Tom Dunson oder oder Ransom Stoddard tragen die Helden der Spaghetti Western Namen wie Django, Ringo, Sartana oder Sabata. Die zwei Filme, die den Siegeszug dieses Genres einläuteten, waren Sergio Leones "Für eine Handvoll Dollar" und Sergio Corbuccis "Django" Dieser Django (Franco Nero) präsentiert dem Zuschauer eine Westernwelt voller Pessimissus, durch den Tod seiner Frau wurde er zum gebrochenen Außenseiter, der sich nur noch selbst begraben mächte. Doch er muss bei Corbucci eine Kreuzigungs- und Auferstehungsgeschichte durchleiden um am Schluß seine Rache zelebriert zu haben, die ihn aber dennoch nicht zur Ruhe kommen lässt. Davor stand jedoch eine Illuision von Gerechtigkeit im Raum, die sich letztendlich als großes Scheitern herausstellte. Zweifelsohne war der Italo Western vom Katholizismus beeinflusst. Ort der Handlung ist eine dreckige Stadt, die von zwei rivalisierenden Banden kontrolliert wird: Eine Bande goldhungriger Mexikaner, angeführt von General Hugo Rodriquez (Jose Bodalo), auf der Gegenseite versucht ihm eine Ku Klux Klan Bande mit roten Kapuzen das Leben schwer zu machen. Angeführt werden diese rassistischen Banditen von Major Jackson (Eduardo Fajardo). Mit beiden hat der Fremde (Franco Nero), der einen Sarg mit sich schleppt, noch eine alte Rechnung offen. Doch vorerst rettet er die Halbmexikanerin Maria (Lorendana Nusciak), die aus der Stadt fliehen wollte. In dem naheliegenden Nest Nogales spielt sich das gesellschaftliche Leben fast ausschließlich im Saloon statt - wo der Wirt und einige Bardamen den Betrieb aufrechterhalten. Mit dem Auftauchen des Fremden kommt auch der Tod in die Stadt. Und vorest sieht es auch so aus als könnte der Fremde mit einer Überzahl von Gegnern spielend fertig werden..


Kein Wunder, denn Django hat im Sarg ein Maschinengewehr, mit dem er die Horde von Angreifern niedermetzeln kann. Den Anführer lässt er entkommen, weil es ja auch einen deftigen Showdown geben muss. Der Song "Django" wurde von Rocky Robets gesungen und der Film selbst ein Welterfolg. Mit seinem Galgenhumor und der zynischen Grundstimmung wurde Corbuccis Western ein echter Kultfilm.


Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Samstag, 7. Januar 2023

Leichen pflastern seinen Weg ( Il grande silenzio)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sergio Corbucci

Die große Stille....

Zu den ganz großen Italowestern gehört zweifelsohne der 1968 entstandene "Leichen pflastern seinen Weg" von Sergio Corbucci, der imm Original "Il grande silencio" heisst.
Auf sein Konto gehen mit "Django" oder "Mercenario" noch weitere Hauptwerke des Spaghettiwesterns.
Vielleicht ist der "Leichen pflastern seinen Weg" der grimmigste Film des Genres, denn er ist von Anfang bis Ende äusserst düster durchkomponiert:
Ein Winter des Jahres 1899. Im kleinen abgelegenen Dorf Snowhill von Utah herrscht eisiger Winter, das raue Wetter brachte ohnehin Hunger und Entbehrungen für die dort lebenden Menschen.
Dies förderte die Kriminalität. Um zu überleben werden auch die dortigen Farmer zu Räubern. Aufgrund dieser Situation wird das Gebiet auch ein Paradies für die vielen Kopfgeldjäger, die im Auftrag des Gesetzes die Diebe lieber tot als lebendig fassen. Es gibt inzwischen gute Prämien. Da die Farmer von ihren Jägern Kentniss haben, verstecken sie sich in Bergen. Wartend auf eine mögliche Amnestie. Aber die lässt auf sich warten.
Statdessen treibt der brutale Loco (Klaus Kinski) in der Gegend sein Unwesen und hat bereits einige Männer auf den Steckbriefen erschossen. Gemeinsam macht er sich mit den Leichen in der Postkutsche auf den Weg nach Snow Hill, um dort seine üppigen Belohnungen zu kassieren.
Vorher hat er noch den Mann der jungen Pauline (Vonetta McGee) getötet, die íhren Mann aber dennoch - trotz Verbot - in den Bergen anständig beerdigt.
In der Postkutsche selbst trifft Loco auf den schweigsamen Silence (Jean Louis Trintignant), der kein Freund der Kopfgeldjäger ist.
In Snow Hill herrscht der durchtriebene Bankier Henry Pollicut (Luigi Pistilli), der mit Loco Geschäfte macht. Immerhin taucht ein neuer Sheriff ((Frank Wolff) auf, der vielleicht der grausamen, kommerziellen Jagd auf Menschen ein Ende macht..


Sergio Corbucci schwelgt in pessimistischen Bildern, der hoffungslose Schluß zeigt keine Perspektive in Richtung einer besseren Zukunft auf. Es siegt das Böse, die Niedertracht und vor allem das Geld. 
Gedreht wurde der äusserst atmosphärische „"Western im Schnee" in Cortina d’Ampezzo, in St. Kassian, in den Abruzzen und den römischen Elios-Studios. Klaus Kinski erlebt man in einer seiner unvergesslichsten Rollen. Er dominiert mit der größten Gefühllosigkeit den ganzen Film.


Bewertung: 10 von 10 Punkten.

 

Freitag, 22. Juli 2022

Ringo mit den goldenen Pistolen (Johnny Oro)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sergio Corbucci

Der goldgierige Bounty Killer...

Nach Sergio Leone ist Sergio Corbucci sicherlich der einflussreichste Regisseur im Genre des Italo-Western. Corbucci gelang mit "Django" im Jahr 1966 ein Welterfolg. Auch "Leichen pflastern seinen Weg", "Mercenario", "Zwei Companeros" oder "Töte Amigo" zählen zu den wichtigsten Arbeiten des europäischen Wildwestfilms. In seinen ersten Western erkannte man noch eine starke Beeinflussung durch die amerikanischen Vorbilder wie beispielsweise in "Minesota Clay" oder "Ringo mit den goldenen Pistolen", der im Original "Johnny Oro" heißt. Stellenweise wird man durch die Handlung an "Rio Bravo" erinnert - viele Szenen spielen im Büro des örtlichen Sheriffs und somit auch im Gefängnis. Dort befindet sich der alte Matt (Pippo Starnazza) als Dauergast. Dem Alten gefällt es mittlerweile so gut, dass er sich jedes Mal ein neues Kleindelikt einfallen lässt, nur damit er wieder in seine Zelle kommt. Sherillf Bill Norton (Ettore Manni) erfüllt seinen Job als Gesetzeshüter mit eiserner Hand. Selbst die kleinsten Vergehen werden bestraft. Besonders allergisch reagiert der Sheriff auf Durchreisende, die vergessen bei ihm die Waffen abzugeben. Eine Nichteinhaltung führt zu 7 Tage Haft. Er hat allerdings eine gute Stellung in Boston bekommen und so sind seine Tage in der Kleinstadt Coldstone gezählt. Seine Frau Jane (Giulia Rubini) packt schon,  der kleine Sohn Stan (Loris Loddi) würde jedoch sehr gerne im Wilden Westen bleiben. Eines Tages kommt Ringo (Mark Damon) in die Stadt - ein Mann, der sich nur für Gold begeistern kann und sich dieses durch seinen Job als Kopfgeldjäger verdient. Vor kurzem erst hat er drei der berüchtigten Perez Brüder während einer Hochzeitszeremonie erschossen und hat sich in Gold auszahlen lassen. Doch der jüngste der Perez Brüder (Franco de Rosa) sinnt auf Rache und schließt einen Pakt mit den Indianern und deren aggressivem Häuptling Sebastian (Giovanni Cianfriglia). Sie wollen Ringo töten. Nur sitzt dieser zur Zeit wegen unerlaubtem Gebrauch von Sprengstoff für 7 Tage im örtlichen Gefängnis. Perez und seine verbündeten Indianer fordern die Herausgabe des Kopfgeldjägers, ansonsten machen sie die ganze Stadt platt. Doch der Sheriff bleibt stur. Es kommt zum Äussersten..


Dieser Drehbucheinfall wirkt reichlich unlogisch, denn in der Dynamik, die der Sheriff damit heraufbeschwört ist reichlich absurd. Da er seinen Gefangenen partout für dieses kleine Delikt im Kittchen schmoren lässt, kommt es zur Massenflucht der Stadtbewohner - nicht zu vergessen mit zahlreichen Collateralschäden. Ab hier kippt die Qualität des Films etwas, obwohl auch dieses Frühwerk bereits die Könnerschaft des Regisseurs aufzeigt. Eine weitere Schwachstelle ist Mark Damon, der Darsteller des Ringo. Er spielt seinen Part viel zu übertrieben cool.


Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

Mittwoch, 13. Juli 2022

Die Grausamen ( I crudeli)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sergio Corbucci

Sarg ohne Leiche...

"Die Grausamen" (Originaltitel: I Crudeli) aus dem Jahr 1967 ist ein Italo Western, den der Regisseur Sergio Corbucci zwischen seinen beiden Meisterwerken "Django" und "Leichen pflastern seinen Weg" drehte. Hollywood Altstar Joseph Cotten ist in der Hauptrolle als fanatischer Südstaaten-Colonel Jonas Morrisson zu sehen, der mit seinen drei Söhnen im Alleingang den Bürgerkrieg weiterführt, obwohl die Waffen bereits gestreckt wurden. Die Außenaufnahmen fanden in Spanien statt. Bei den Spaghetti Western Fans hat sich "Die Grausamen" einen gewissen Kultstatus erworben. Vermutlich wegen der originellen Handlung: Ein Sarg, der zu seinem Bestimmungsort geführt werden soll, aber diesen vielleicht nie erreichen wird. Colonel Jonas (Joseph Cotten) ist ein verblendeter Konföderierter und befehligt trotz Kriegsende immer noch ein Regiment, dass er "Hellbenders" nennt. Die Figur von Jonas erinnert sicherlich an die Rolle von Edmond O´Brien in "Rio Conchos" von Gordon Douglas. Er will die Südstaatenarmee neu organisieren, um die Union doch noch zu besiegen. Seine drei Söhne Ben (Julian Mateos), Nat (Angel Aranda) und Jeff (Gino Pernice) sind ihm völlig ergeben, ausserdem hat er noch zwei weitere Männer um sich geschart und die alkoholsüchtige Kittie (Maria Martin), die vielleicht den schwierigsten Part in seinem Unternehmen spielen muss. Mit seinen Männern massakriert eine Gruppe von Unionssoldaten, die eine beträchtliche Summe von Geld mit sich führen. Dieses viele Geld will er nicht, um sich selbst zu bereichern - alles soll der Südstaatenarmee zufließen. Das Geld wird in einem Sarg versteckt. Kittie soll die Witwe des Leichnams spielen, falls sie angehalten und kontrolliert werden. Denn sehr bald wird die Armee Soldaten schicken, um die Mörder ihrer Kameraden und das verschwundene Geld zu suchen. Nach dem Raub lässt Jonas die beiden anderen Männer von seinen Söhnen erschießen und dann macht sich die seltsame Reisegesellschaft auf den Weg die sichere Ranch zu erreichen. Doch die Fahrt erweist sich bald als seltsame Odyssee. Kittie kommt ums Leben und als Ersatz wird die Tänzerin Claire (Norma Bengell) ausgewählt...


Auf der Reise lassen die Söhne auch ihre Maske fallen. Ben ist der Vernünftige, einer der sich vielleicht aus dem Einfluss des Vaters befreien könnte. Nat ist geldgierig und Jeff ist ein potentieller Vergewaltiger. In Corbuccis Geschichte taucht auch noch ein Bettler (Al Mulock), ein Reverend (Claudio Gora) sowie ein Indianerstamm (u.a. Claudio Scarcilli). Stellenweise wird der Filmtitel "Die Grausamen" zum Programm - manche Szenen sind sehr brutal und grausam geraten



Bewertung:7 von 10 Punkten. 

 

Dienstag, 19. April 2022

Laßt uns töten, Compagneros / Zwei Compagneros (Vamos a matar, compañeros )


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sergio Corbucci

Der Schwede und der Baske...

Mit den billig produzierten Italo Western wollte man vor allem schnell gute Kasse machen und so wurden sie für ihren Kinoeinsatz teilweise manchmal auch durch die Synchronisation in ihrem Inhalt verfälscht. Aus einem ernsten Thema konnte man so eine Art Comedy machen und in den 70er Jahren lag der schnoddrige Sprachstil durchaus im Trend. Nicht nur im Kino, auch das deutsche Fernsehen bediente sich dieser Methode und machte so aus der britischen Krimiserie "The Persuaders" mit Tony Curtis und Roger Moore "Die Zwei" und landete einen echten Hit. Von diesem Schnodderdeutsch war auch Sergio Corbuccis "Zwei Companeros" aus dem Jahr 1970 betroffen. Erst 1977 bekam der Film eine neue Synchronisation, die sich weitestgehend an das Original hielt."Zwei Companeros" ist auch bekannt unter dem Titel "Laßt uns töten, Companeros" und ähnelt Corbuccis zwei Jahre zuvor entstandenem "Mercenario". Dort spielt Franco Nero den Polen, hier wird er "Der Schwede" genannt. Im Vorgänger spielte Tony Musante sein best Buddy, hier schlüpft Tomas Milian als "Der Baske" in eine ähnliche Rolle. Jack Palance spielt erneut den unbequemen Widersacher. Während der mexikanischen Revolution wird der Bauer El Vasco (Tomas Milian) beinahe widerwillig zum Freiheitskämpfer als der den brutalen Oberst der Armee erschießt. Dies macht ihn zum Helden seines Heimatdorfes San Bernardino und gefällt auch dem selbsternannten Rebellenführer Mongo (Jose Bodalo), der ihn spontan zu seinem Stellvertreter ernennt. Mongo ist aber alles andere als ein ehrlicher Kämpfer für ein freies und gerechtes Mexiko, sondern will nur seine eigenen Taschen füllen. Nun kommt "der Schwede" (Franco Nero) ins Spiel - ein Söldner, der in Mexiko dem General Waffen verkaufen will. Doch der Safe mit dem Geld ist verschlossen und die Kombination zum Öffnen kennt nur der in den USA inhaftierte Professor Xantos (Fernando Rey). Xantos ist der Anführer der studentischen Konterrevolution, zu der auch die hübsche Lola (Iris Berben) und ihre Brüder gehören. Der Schwede und der Baske können sich auf Anhieb nicht besonders gut leiden. Der Baske tituliert sein Gegenüber sogar mit "Pinguin", doch der Plan Xantos aus dem aemerikanischen Knast zu befreien, schmiedet die beiden ungleichen Männer zusammen und so kann das Unternehmen starten. Doch so einfach wird es nicht, denn ein Killer (Jack Palance) mit seinem besonders klugen Falken jagt hinter ihnen her.


Der Film wirkt auch in der ursprünglichen Fassung ein bisschen vergnügt und gestaltet sich als famoses Happening mit einigen Explosionen und mit viel Schlagabtausch der beiden Hauptfiguren, die sichtlich Spass daran haben. Franco Nero ist wie immer sehr gut aufgelegt und hängt einmal mehr den Überlegenen heraus. Manche bezeichnen den Film als Beinahe Remake von "Mercenario". Die Musik stammt von Ennio Morricone.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

 

Freitag, 25. März 2022

Minesota Clay


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sergio Corbucci

Beinahe blind...

Vor seinem Durchbruch mit dem Kultfilm "Django" drehte Regisseur Sergio Corbucci bereits zwei andere Italowestern. "Minesota Clay" entstand 1964, "Ringo mit den goldenen Pistolen" einige Monate später. Durch Genremeisterwerke wie "Mercenario" oder "Leichen pflastern seinen Weg" ist 1990 in Rom verstorbene Filmemacher gleich nach Sergio Leone der einflussreichste Regisseur im Genre des Eurowestern.
"Minesota Clay" ist sozusagen auch durch den riesigen Erfolg von Leones "Für eine Handvoll Dollar" entstanden. Corbuccis Film war aber lange nicht so erfolgreich wie sein Vorbild. In der Hauptrolle ist der US-Star Cameron Mitchell zu sehen, der öfters in Italien drehte und vor allem auch in der Rolle des "Onkel Buck" in der Westernserie "High Chaparall" bei den deutschen Fernsehzuschauern bekannt wurde.
Die Geschichte spielt im Jahr 1883. Minesota Clay (Cameron Mitchell) wurde vor einigen Jahren wegen eines Mordes verurteilt, den er nicht beging. Es gibt zwar ein Zeuge, der die Unschuld von Minesota Clay bezeugen könnte, doch der hat damals vor Gericht nicht ausgesagt. Der einstige Revolverheld sitzt im Dunner Labor Camp, einem Arbeitslager. Clay hat inzwischen mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Sein Augenlicht schwindet - und damit auch seine Fertigkeit mit der Pistole. Er ist aber immer noch entschlossen seine Unschuld zu beweisen und eines Tages gelingt ihm auch die Flucht. Sein Ziel ist die ehemalige Heimatstadt Mesa Encantada. Dort ist sein ehemaliger Bekannter Fox (Georges Riviere) zum Sheriff gewählt worden, weil der als Einziger die Stadt vor dem Banditen Ortiz (Fernando Sancho) und seinen Schärgen schützen kann. Doch der Beschützer der Stadt ist ebenso ein Terrorist, denn er erpresst die Bürger und verlangt riesige Summen an Schutzgeld und droht ihnen mit Gewalt, falls sie seinen Forderungen nicht nachkommen. Da kommt natürlich der alternde Westernheld gerade recht um hoffentlich für Ordnung zu sorgen...

In weiteren wichtigen Rollen sind Ethel Rojo als Estella Diana Martin als Nancy Mulligan, Alberto Cevenini als Andy und Anthonio Cazas als Onkel Jonathan zu sehen. Die Geschichte vom alternden Revolverhelden, der durch ein gesundheitliches Manko seine Fähigkeiten mit dem Colt verlieren könnte, ist nicht neu. Sie wird immer wieder gerne im Westerngenre zum Thema gemacht. Es existieren von "Minesota Clay" zwei verschiedene Enden - eins mit HappyEnd, das Andere nicht. Corbuccis Westerndebüt ist trotz üblicher Zutaten ein solider, gut inszenierter Western.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Mittwoch, 9. März 2022

Navajo Joe - Kopfgeld 1 Dollar (Navajo Joe)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sergio Corbucci

Ein Indianer rächt sich...

Sergio Corbucci, der Schöpfer vom legendären "Django" und dem genialen "Leichen pflastern seinen Weg" war wohl neben dem einzigartigen Sergio Leone und Sergio Sollima der bedeutendste Regisseur im Genre Italo-Western.
Er gilt unter den Fans als der dreckige Bruder Leones, allerdings sind seine Arbeiten von unterschiedlicher Qualität.
Der von Koch Media herausgebrachte "Navajo Joe" ist auch bekannt als "Das Kopfgeld: 1 Dollar" und entstand 1966, also im gleichen Jahr wie "Django".
Nachdem eine Bande von Skalpjägern mit dem Anführer Duncan (Aldo Sambrell) aus reiner Mordlust und Geldgier ein Indianerdorf überfallen und viele Stammesangehörige töten, werden sie von einem Indianer namens Navajo Joe (Burt Reynolds) verfolgt. Der fremde Reiter ist wohl auf Rache aus und tötet immer wieder einige Banditen.
Blind vor Wut dass in der Stadt ein Steckbrief des Bandenchefs hängt, rächen sich die Outlaws auch an den Einwohnern der Stadt. Lediglich ein paar Bardamen (Tanja Lopert, Franca Polesello, Lucia Modugno) und der Pianomann (Nino Imparato) können fliehen. Eine der Damen wurde Augenzeuge im Saloon, wie ein einflussreicher Mann aus Esperanza mit der Bande gemeinsame Sache machen will und den Deal ausmacht, einen Geldtransport zu überfallen.
Tatsächlich wird die Eisenbahn von der Bande angegriffen und wieder gibt es eine Vielzahl Opfer: Neubürger und Soldaten...
Navajo Joe bietet der stadt Esperanza seine Hilfe im Kampf gegen die Banditen an, doch nur wenige Einwohner sind auf seiner seite. Unter anderem die hübsche Indianerin Estella (Nicoletta Machiavelli), die im besten Dialog des Films meint "Ich habe noch nie einen Indianer getroffen, der Joe heisst und ich bin noch nie einem Navajo so weit südlich begegnet" und Joe ihr darauf lapidar antwortet "Und ich bin noch nie einer Indianerin begegnet, die so viel fragt.

 
        Der Dialog offenbart das Programm des Films. Er erklärt nicht viel, er zeigt. Eine Tiefe der Figuren ist nicht vorhanden, der Zuschauer bekommt dafür typische 60er Jahre Western-Action zu sehen. Also ein etwas dreckiges Bild des Wilden Westens, mit Gesichtern die von Schmutz und Blut verklebt sind und nur der Überlebenskampf zählt.
Ein sehr wertvolles 32 seitiges Booklet zum Film liegt der DVD bei, die auch einige Extras hat. Koch Media liefert wie gewohnt in seinen Kulteditionen, sei es "Italo Western", "Classic Western" oder "Noir" eine gute Vorzeige-DVD.
Der Film selbst ist gute Genrekost, allerdings weit von den Meisterwerken von Corbucci wie "Mercenario" oder "Leichen pflastern seinen Weg" entfernt. Aber die gehören auch zu den Top Ten Filmen des Italo Western. Vor allem die Szene mit dem Eisenbahnüberfall ist überdurchschnittlich. Auch die Bilder versetzen in eine nette Westernstimmung, Ennio Morricone liefert einen markanten Soundtrack ab.      
 
Bewertung: 7 von 10 Punkten.