Posts mit dem Label Darsteller: Klaus Kinski werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Darsteller: Klaus Kinski werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 9. Juni 2025

Der letzte Ritt nach Santa Cruz


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Rolf Olsen

Die Reise in den Tod...

Rolf Olsens Eurowestern "Der letzte Ritt nach Santa Cruz" enstand zeitgleich zu den erfolgreichsten deutschen Karl May Western. Die Besetzungsliste ist äusserst atttraktiv. Neben dem britischen Hauptdarsteller Edmund Purdom (Julius Caesar, Des Königs Dieb, Sinuhe, der Ägypten) wurde Mario Adorf als Gegenspieler verpflichtet. Im Grunde eine ähnliche Rolle wie in "Winnetou 1". Auch Klaus Kinski spielt wie in "Winnetou 2" einen fiesen Banditen, der zu Adorfs Bande gehört. Desweiteren sind Sieghard Rupp, Marisa Mell, Marianne Koch, Thomas Fritsch und Walter Giller zu sehen. Gedreht wurde im Spätherbst 1963 auf der damals noch wenig vom Tourismus geprägten insel Gran Canaria. Trotz hochkarätiger Besetzung wurde der Film seinerzeit ein Misserfolg und erhielt schlechte Kritiken. filmhistorisch ist es ein Vorbote des Italo Western, denn es wird brutal agiert und die Banditen sind durchweg schlecht. "Der letzte Ritt nach Santa Cruz" erweist sich am Ende als ultimativer Todesritt. Am Anfang befreit sich der legendäre Bandit Pedro Ortiz (Mario Adorf) aus dem Gefängnis. Gemeinsam mit seinen fiesen Handlangern Jose (Klaus Kinski) und Fernando (Sieghard Rupp) hat er vor zur Silbermine Santa Cruz zu reiten - dort hat er die Beute seiner letzten Raubzüge versteckt. Er befreit auch den jungen Carlos (Thomas Fritsch) aus dem Knast. Doch diese Aktion fordert 7 Todesopfer unter dem Wachpersonal. Eine Stippvisite bei seiner Freundin Juanita (Marisa Mell) in deren Kneipe. Die Frau gibt für den zukünftigen Reichtum sehr schnell ihre Kneipe. Der Zufall will es, dass Ortiz auch den Klavierspieler Woody (Walter Giller) mitnehmen muss, denn der könnte zuviel von Schatz in Santa Cruz gehört haben. Vorher aber will er seinem Feind, dem ehemaligen Sheriff und jetzigen Bankdirektor Rex Kelly (Edmund Purdom) abrechnen. Der weiß noch nichts vom Ausbruch des Banditen. Kurz vor der Stadt treffen Die Banditen auf den kleinen Steve Kelly (Florian Kühne), der mit seinem neuen Pferd ihre Wege kreuzt. Damit haben sie schon einmal eine Geisel und mit der Ehefrau von Rex (Marianne Koch) kommt noch eine dazu...



Die Konflikte im Film sind recht einfach, aber effektiv angelegt - und die Handlung treibt kontinuierlich auf den Höhe punkt zu. Die Musik von Charly Niessen hat Ähnlichkeit mit der "Winnetou" Filmmusik. Für Regisseur Rolf Olsen ist der Eurowestern eher eine Ausnahme, denn sein Lieblingsgenre war der heitere Unterhaltungsfilm, wie seine Arbeiten "Bonjour Cathrin", "Kaiserball", "Vier Mädchen aus der Wachau", "Unsere tollen Tanten" oder "Die Abenteuer des Grafen Bobby" belegen. Sein sicherlich interessantester Film ist der 1972 mit Raimund Harmsdorf gedrehte Kriminalfilm "Blutiger Freitag".  Im Kino lief "Der letzte Ritt nach Santa Cruz" leider enttäuschend.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Sonntag, 8. Januar 2023

Für ein paar Dollar mehr ( Per qualche dollaro in più) - For a few Dollars more


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Regie: Sergio Leone
 
Kopfgeldjäger...
 
 "Für ein paar Dollar mehr" ist der zweite Part von Leones berühmter Dollartrilogie und einer meiner erklärten Lieblingswestern. Er entstand 1965, legendär nicht nur der geniale Soundtrack von Ennio Morricone - es treffen auch einige der großen Italo Western Helden aufeinander: Neben dem stoischen Clint Eastwood, der mit wenig Worten auskommt, gibts ein Wiedersehen mit Lee van Cleef, der hier als Rächer eine seiner besten Rollen abliefert. Dazu gesellt sich Gian Maria Volonte als geistig instabiler Gangsterboss und als Schmankerl gibts einen Klaus Kinski, der mit dem üblichen Wahnsinn agiert. El Indio (Gian Maria Volonte), der meistgesuchte Verbrecher im westlichen Territorium wird von seiner Bande aus dem Gefängnis befeit. Die Regierung setzt und ein Kopfgeld von satten 10.000 Dollar aus, egal ob tot oder lebendig.  Das lockt natürlich die besten Kopfgeldjäger an. Und zwei der gefährlichsten haben sich bereits kennengelernt.  Der schweigsame, dubiose Monko (Clint Eastwood) und der ehemalige Elitesoldat Colonel Douglas Mortimer (Lee van Cleef) kommen sich bei der Jagd auf den Gangster Cavanagh in die Quere. Nun gilt es aber bei der Ergreifung von El Indio gemeinsame Sache zu machen. Der Plan sieht vor, dass Monko sich bei der Bande einschmüggeln soll. Obwohl der coole Monco auch den Banditen als dubios erscheint, wird er durch das Wohlwollen von Indio aufgenommen und soll beim nächsten großen Coup bereits mitmachen. Die Bande hat den Plan die einbruchsichere Bank von El Paso auszurauben, Indio inszeniert zur gleichen Zeit einen fingierten Überfall in Santa Cruz, den Monco und drei weitere Bandenmitglieder ausführen müssen. So entkommt Indio mit dem Banktresor, aber der gemeinsame Plan der beiden Kopfgeldjäger geht in die nächste Runde. Es kommt zum großen Showdown in Mexico...


Dabei stellt sich der kalte und berechnende Partner am Ende als Rächer für eine familiäre Katastrophe heraus, er ist diesmal nicht auf das Kopfgeld aus. "Für eine paar Dollar mehr" ist ein Westernepos mit einer perfekten Atmosphäre. Alles stimmt bei diesem Film, die Charaktere sind großartig gewählt, jede Einstellung vermittelt die ultimative Westernatmosphäre und die ganzen 127 Minuten ist man mittendrin im Geschehen. Großartig die famose Kameraarbeit von Massimo Dallamano, der auf die berühmten Close up Aufnahmen der Figuren setzt, die zum Markenzeichen des Italo Westerns wurden.  Der Mann hat einige Jahre später auch selbst Regie geführt, bspw. in "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" - ein Edgar Wallace Film sowie in dem Giallo "Der Tod trägt schwarzes Leder".

Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Samstag, 7. Januar 2023

Leichen pflastern seinen Weg ( Il grande silenzio)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sergio Corbucci

Die große Stille....

Zu den ganz großen Italowestern gehört zweifelsohne der 1968 entstandene "Leichen pflastern seinen Weg" von Sergio Corbucci, der imm Original "Il grande silencio" heisst.
Auf sein Konto gehen mit "Django" oder "Mercenario" noch weitere Hauptwerke des Spaghettiwesterns.
Vielleicht ist der "Leichen pflastern seinen Weg" der grimmigste Film des Genres, denn er ist von Anfang bis Ende äusserst düster durchkomponiert:
Ein Winter des Jahres 1899. Im kleinen abgelegenen Dorf Snowhill von Utah herrscht eisiger Winter, das raue Wetter brachte ohnehin Hunger und Entbehrungen für die dort lebenden Menschen.
Dies förderte die Kriminalität. Um zu überleben werden auch die dortigen Farmer zu Räubern. Aufgrund dieser Situation wird das Gebiet auch ein Paradies für die vielen Kopfgeldjäger, die im Auftrag des Gesetzes die Diebe lieber tot als lebendig fassen. Es gibt inzwischen gute Prämien. Da die Farmer von ihren Jägern Kentniss haben, verstecken sie sich in Bergen. Wartend auf eine mögliche Amnestie. Aber die lässt auf sich warten.
Statdessen treibt der brutale Loco (Klaus Kinski) in der Gegend sein Unwesen und hat bereits einige Männer auf den Steckbriefen erschossen. Gemeinsam macht er sich mit den Leichen in der Postkutsche auf den Weg nach Snow Hill, um dort seine üppigen Belohnungen zu kassieren.
Vorher hat er noch den Mann der jungen Pauline (Vonetta McGee) getötet, die íhren Mann aber dennoch - trotz Verbot - in den Bergen anständig beerdigt.
In der Postkutsche selbst trifft Loco auf den schweigsamen Silence (Jean Louis Trintignant), der kein Freund der Kopfgeldjäger ist.
In Snow Hill herrscht der durchtriebene Bankier Henry Pollicut (Luigi Pistilli), der mit Loco Geschäfte macht. Immerhin taucht ein neuer Sheriff ((Frank Wolff) auf, der vielleicht der grausamen, kommerziellen Jagd auf Menschen ein Ende macht..


Sergio Corbucci schwelgt in pessimistischen Bildern, der hoffungslose Schluß zeigt keine Perspektive in Richtung einer besseren Zukunft auf. Es siegt das Böse, die Niedertracht und vor allem das Geld. 
Gedreht wurde der äusserst atmosphärische „"Western im Schnee" in Cortina d’Ampezzo, in St. Kassian, in den Abruzzen und den römischen Elios-Studios. Klaus Kinski erlebt man in einer seiner unvergesslichsten Rollen. Er dominiert mit der größten Gefühllosigkeit den ganzen Film.


Bewertung: 10 von 10 Punkten.

 

Freitag, 22. Juli 2022

Nobody ist der Größte (Un genio, due compari, un pollo)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Damiano Damiani

Kopf eines genialen Plans....

Der Vorgänger "Mein Name ist Nobody" wurde ein Riesenkinoerfolg und so entschied sich Produzent Sergio Leone für eine Fortsetzung. Als Regisseur wurde Damiano Damiani verpflichtet. Ein Filmemacher, der durch seine gesellschaftskritischen Mafiathriller "Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert" oder "Tag der Eule" internantional bekannt wurde. "Nobody ist der Größte" wurde ebenfalls ein Kinohit - in Deutschland belegte er im Filmjahr 1975 mit 3,3 Milllionen Zuschauern einen ausgezeichneten 6. Rang in den Jahrescharts.
Während der erste Nobody Film gegen Ende des Wilden Westens spielt, ist die Handlung im Nachfolgefilm zeitlich früher angesiedelt. Die Handlung spielt während der Indianerkriege. Die Hauptfigur "Nobody" taucht ein in eine Handlung, die aus zusammengehaltenen Aneinanderreihungen meist grotesker Situationen im Comic-Stil besteht. Die deutsche Synchronisation ist geprägt durch die flapsigen Sprüche von Rainer Brandt, Er selbst hatte mit seinem "Schnodderdeutsch" in den 70er Jahren einen immensen Erfolg, nicht nur mit der freien Übersetzung der Spencer/Hill Filme. Auch fürs Fernsehen synchronsierte er ausserordentlich erfolgreich die englische TV-Serie "Die Zwei" mit Roger Moore und Tony Curtis. Durch seine Witze und Wortspiele begeisterte er den deutschen TV-Zuschauer, die Serie wurde ein echter Hit.
"Un genio, due compari, un pollo" ist der Originaltitel des zweiten Nobody Films und ist wie sein Vorgänger eine deutsch-französisch-italienische Coproduktion, die ganz auf den Hauptdarsteller Terence Hill zugeschnitten ist. Er ist sozusagen der geniale Kopf eines genialen Plans, den der Zuschauer in seinem ganzen Ausmaß gar nicht zwingend begreifen muss. Hauptsache man hat Spass und steht auf der Seite der gebeutelten Indianer.
Oberst Pembroke (Jean Martin) wird von der US-Regierung entsandt, um die fiesen Machenschaften von Major Cabot (Patrick McGoohan), dem Kommandanten der Garnison von Fort Cristobal zu untersuchen, der vermehrt Übergriffe und Morde an den Indianern begeht. Cabot hat auch die Summe von 300.000 Dollar, die den Indianern zusteht, an sich gerissen. Oberst Pembroke wird von Banditen getötet, deren Aufgabe es ist Morde zu begehen und diese dann den unschuldigen Indianern in die Schuhe zu schieben. So hat Major Cabot ständig neue Verurteilte, die er hängen lässt. Nobody (Terence Hill) ist ein Freund der Indianer. Sein Kumpan Lokomotive Bill (Robert Charlebois) und dessen Freundin Lucy (Miou-Miou) sind auch auf seiner Seite. Auch wenn Bill immer mal wieder in Streit mit Nobody gerät, weil sein Mädchen auch Nobody schöne Augen macht. Bill will seine indianische Abstammung am liebsten verbergen. Aber um den Indianern zu helfen, schlüpft er in die Rolle des getöteten Pembroke - dazu braucht es nur ein bisschen Kleister und ein unverwechselbarer rothaariger Bart, Pembrokes ganzer Stolz. Gemeinsam mit Lucy, die die Rolle von Pemnbrokes Töchterchen spielen muss, machen sie sich auf zum Fort Cristobal um das gestohlene Geld der Indianer zu stehlen. Doch sie werden vom Schurken Jackie Roll (Piero Vida) verraten und landen in der Zelle. Zum Glück hat aber Nobody einen Megaplan, der im Laufe der Handlung immer mehr zur Geltung kommt...

In weiteren Rollen sind Klaus Kinski als Doc Foster und Raimund Harmsdorf als Sergeant Milton zu sehen. Die Musik stammt natürlich von Ennio Morricone. Damianis Film bietet dem Westernzuschauer natürlich kein Meisterwerk des Genres, aber auf alle Fälle sehr entspannte und vergnügliche Unterhaltung bei einer Laufzeit von 120 Minuten. Neben den flotten Sprüchen, dem vielen Slapstick gibts auch einige sehr witzige Szenen, die beweisen, dass die Macher sehr viel Spass hatten bei der Realisierung des Spasswesterns. Der Kameramann war Giuseppe Ruzzoni, der in den späteren 60er Jahren und den frühen 70er Jahren häufig mit Pier Pablo Pasolini zusammenarbeitete.

 Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

 

Donnerstag, 14. Juli 2022

Töte Amigo (Quién sabe?)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Damiano Damiani

Der Mann mit der goldenen Patrone...

Der junge Amerikaner Bill Tate (Lou Castel) wird auf einem Bahnhof in Mexico von einem kleinen Jungen gefragt, ob ihm Mexiko gefällt. Seine Antwort "überhaupt nicht", was den Jungen einerseits enttäuscht, aber auch wundernd fragen lässt "warum sind sie dann hier ?".
Der Amerikaner steigt in den Zug ein. Dieser Zug ist durch das Militär bewacht.
Doch der Zug muß seine Fahrt unterbrechen, da auf dem Gleis ein ranghoher Offizier angekettet an einem Kreuz hängt.
Oben auf der Anhöhe hat sich der Bandit El Chuncho (Gian Maria Volonte) mit seiner Revolutionsbande verschanzt, zu der auch sein Bruder El Santo (Klaus Kinski) angehört.
Einst war dieser Banditen-Führer Mitstreiter des in den Bergen versteckten und residierenden Revolutionsgenerals Elias (Jaime Fernández).
Aber nach einigen Jahren des des 20. Jahrhunderts ist die Revolution, die die armen Mexikaner gegen die reichen Mexikaner führen, so gut wie am Ende. Daher hat sich El Chuncho der neuen Zeit angepasst und sein nach wie vor revolutionäres Gedankengut mit gesundem Profitstreben zu verbinden. Er überfällt sehr oft mit seinen Bandidos Armee- und Polizeiposten sowie Züge, um die so erbeuteten Waffen an den General für gutes Geld zu verhökern. Leider fehlt ihm noch ein Maschinengewehr, das er verkaufen könnte.
Der Zug wird zwar eingenommen, doch statt dem Maschinengewehr bekommt er einen harmlos wirkenden milchgesichtigen Ami als neuen Wegbegleiter.
Er wird fortan "El Gringo" genannt und durch eine fingierte Rolle als Gefangener des Militärs sowie durch Mithilfe den Zug einzunehmen hat er die Banditen sehr schnell auf seiner Seite und mit der Zeit gewinnt er nicht nur den Respekt, sondern auch die Freundschaft von El Chuncho.
In San Miguel wird die Bande sehr schnell zu Helden, indem sie den Großgrundbesitzer Don Felipe (Andrea Checci)im Namen der Revolution hinrichten.
Ausserdem erbeuten sie endlich ein Maschinengewehr, dass gute Dienste im bevorstehenden Kampf mit der Armee leisten soll.
Die restliche Bande ist aber bald dem Dorf überdrüssig und sie macht sich mit ihrem Anteil Waffen auf wie vereinbart diese zu verkaufen. El Chuncho und sein wahnsinniger Bruder bleiben im Ort, doch als der Bandidtenchef bemerkt, dass sein neu erbeuetetes Maschinengewehr ebenfalls verschwunden ist. Er reitet den Abtrünningen nach und findet diese auch. Bald muss El Chuncho entdecken, dass sein amerikanischer Freund immer zwiespältiger agiert...


Damiano Damiani, ansonsten eher Garant für brisante italienische Stoffe mit Mafia-Thematik wie "Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert" oder "Tag der Eule" hatte lediglich zwei Ausflüge in das Westernfach.
1966 mit dem Revolutionswestern "Töte Amigo" und einige Jahre später entstand der eher ausgelassene "Mein Name ist Nobody".
"Töte Amigo" ist ein sehr temporeicher 2 Stunden Film, der keine Sekunde langweilig wird und der durch seine grimmige Geschichte zu begeistern weiß: Seine politische Geschichte handelt von Rebellen, Revolutionären, Söldnern, von  Idealisten, von Opportunisten, vom skrupellosen Doppelspiel und von ambivalenten menschlichen Gefühlen.

Bewertung: 9 von 10 Punkten.

 

Mörder des Klans ( Prega il morto e ammazza il vivo)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Giuseppe Vari

Bete um den Tod und töte was lebt...

Der Italowestern "Prega il Morto e Ammazza Il Vivo" heißt übersetzt "Bete um den Tod und töte, was lebt" und wurde 1971 von Giuseppe Vari gedreht. Die große Zeit des Spaghetti Westerns neigte sich schon zu Ende und so kam es nicht einmal zu einem Kinostart in Deutschland. Und dies obwohl Entfant Terrible Klaus Kinski die Hauptrolle in dem düsteren Western spielte.
Erst 1998 kam es unter dem Titel "Der Mörder des Klans" zur deutschen Erstaufführung durch das Privatfernsehen. Wenn man den Film zum ersten Mal sieht, dann fällt die lange ausufernde Kammerspielsequenz in einer Poststation auf und man wird den Eindruck nicht los, dass Quentin Tarantino dieses B-Picture vor seinem Dreh zu "The Hateful Eight" sicherlich schon mal gesehen haben muss. Die Story selbst hat wiederum gewissen Ähnlichkeiten mit John Hustons Klassik-Noir "Gangster in Key Largo".
Ein Fremder (Paolo Casella) erreicht eine Poststation. Sein Name ist John Webb und die Enkelin (Patrizia Adituori) des betagten Besitzers Jonathan (Dante Maggio) ist sehr neugierig wo dieser Fremde herkommt und welche Städte er bereits besucht hat. Das Mädchen heißt Santa und will nicht in dieser öden Gegend versauern. Doch mit dem Fremden kehrt Leben in die einsame Bude - eine Postkutsche macht Halt und neben den Kutscher steigt ein Geschäftsmann und seine provozierende Gattin (Victoria Zinny) sowie eine Prostituierte (Anna Zinnemann) aus. Ausserdem gesellt sich die Räuberbande (u.a. Dino Strano, Gianni Pulone, Goffredo Unger, Fortunato Arena, Aldo Barberito) von Dan Hogan (Klaus Kinski) bald dazu. Die Verbrecher warten auf gestohlene Goldbarren, die Hogans Freundin Daisy (Adriana Giuffre) vorbeibringen soll. Doch sie kommt nicht. Dies führt bei den Banditen zu einer Rebellion und vorübergehend übernimmt Reed (Dino Strano) die Chefrolle. John Webb bietet den Gangstern an, dass er sie sicher über die Berge ins sichere Mexiko bringen könnte - er will aber die Hälfte der Beute. Die Gangster nehmen dieses Angebot an, denn die Texas Ranger sind ihnen auf den Fersen...

Obwohl damals die Kritik nicht sonderlich gut mit dem Western umging, ist der Film von Giuseppe Vari sehr interessant gemacht und Klaus Kinski ist natürlich meistens ein perfekter Antagonist. Er darf seine berühmte sadistische, psychopathische Ader natürlich in einigen Szenen besonders effektiv ausleben. Tatsächlich hat sich auch Tarantino lobend über den Film geäussert - er bezeichnete einmal "Der Mörder des Klans" als einen seiner Lieblings-Spaghetti Western. Natrülich entfaltet sich die Geschichte am Ende einmal mehr als großangelegte Rachestory.


Bewertung: 8 von 10 Punkten. 
 

 

Mittwoch, 13. Juli 2022

Winnetou 2


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Harald Reinl

Winnetous große Liebe....

Noch bevor einige Jahre später der Spaghetti Western Welterfolge feierte, gab es die deutschen Karl May Verfilmungen des Produzenten Horst Wendland von der Rialto Film, der die Figur des Apachenhäuptlings Winnetou in die Kinos brachte. Der erste Film dieser Reihe war "Schatz im Silbersee" und lockte mehr als 10 Millionen Zuschauer in die Kinos. Auch der Nachfolger "Winnetou 1" war nicht minder erfolgreich. Beide Filme gehören immer noch zu den drei erfolgreichsten deutschen Filmproduktionen der letzten 60 Jahre.
Die Winnetou Filme machten Hauptdarsteller Pierre Brice berühmt und Hollywoodstar und Ex Tarzan Darsteller Lex Barker gelang damit ein furiosen Filmcomeback in Europa.
Maßgeblich am Erfolg beteiligt war natürlich auch die harmonische Filmmusik von Martin Böttcher, der für insgesamt 10 Karl May Filme die Musik komponierte.
In "Winnetou 2" aus dem Jahr 1964 sucht der Häuptling der Apachen den Sinn in seinem Leben und er erkennt, dass er den Frieden zwischen Rot und Weiß stiften muss. Anders als in den meisten Hollywood Western davor und danach sind beim s.g "Teutonen- oder Sauerkrautwestern" die Sympathien durchweg bei den Rothäuten und es sind die Weißen, die die Friedensverträge brechen.
So auch hier in "Winnetou 2", der auf 6,5 Millionen Kinozuschauer kam. Nach dem Tod von Winnetous Vater Intschu Tschuna und seiner Schwester Nscho-Tschi versucht Winnetou möglichst viele andere Indianerstämme zu moblilisieren, um sich für den Frieden mit dem weißen Mann stark zu machen. Doch das ist nicht einfach, denn beide Seiten sind gegeneinander feindlich gestimmt.
Zufälligerweise rettet er dem Indianermädchen Ribanna (Karin Dor) das Leben, die von einem riesigen Bären angegriffen wird. Es folgt die Einladung zu ihrem Stamm - den Assiniboins. Ribannas Vater ist der Häuptling Tah Sha Tunga (Rikard Brzeska), ebenfalls ein besonnener Stammesführer und Mann des Friedens. Winnetou verliebt sich in Häuptlingstochter und rettet durch seine Fürsprache das Leben von drei jungen Soldaten, die am Marterpfahl hätten sterben sollen. Unter ihnen ist Leutnann Robert Merril (Mario Girotti), Sohn des unerbittlichen Oberst Merril (Renato Baldini), der das Fort befehligt. Der Frieden könnte nun kommen, doch es gibt natürlich böse Banditen wie Bud Forrester (Anthony Steel) und seine Schergen (u.a Klaus Kinski), die ein Ponca Dorf überfallen und Frauen und Kinder ermorden, nur weil sie an das Ölvorkommen auf dem Indianerland herankommen wollen. Ein Konfrontation ist unvermeidlich...


Natürlich kommt Old Shatterhand - Winnetous Blutsbruder - immer im entscheidenden Moment vorbei, wenn die Not am größten ist. Für Humor sorgt Eddi Arent als Lord Castlepool. Gedreht wurde an wunderbaren Plittwitzer Seen im heuigen Kroatien sowie in der Höhle von Postojna in Slowenien. Der Film wartet wie immer mit wunderschönen Landschaftsbildern und naiv- sympathischer Story auf.


Bewertung:7,5 von 10 Punkten. 

Dienstag, 19. April 2022

Sartana - bete um deinen Tod (…Se incontri Sartana prega per la tua morte)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Gianfranco Parolini

Der Totengräber mit der Spieluhr...

In Deutschland lief der 1966 inszenierte Spaghetti Western "Mille dollari sul nero" bereits unter dem Titel "Sartana". In diesem von Alberto Cardone gedrehten Filme spielte Gianni Garko den bösen Bruder Sartana Liston von dem Helden Johnny (Antony Steffen). Leider fielen viele Szenen der Schere zum Opfer, aber der Film wurde ein riesiger Erolg und Gianni Garko durfte daher in vier weiteren "Sartana" Filmen die Hauptrolle spielen. Während Cardones Film eine Kain und Abel Konstellation anbietet und der böse Sartana auch ein gerechtes Ende findet, sind die Folgefilme total anders konzipiert. Gianni Garko spielt hier einen unbekannten Fremden, der sich in schon herrschende Konflikte einmischt. Keiner weiß genau warum. Möchte er sich rächen ? Oder hat er einfach nur Spass am Aufmischen diverser Ganoven ?
Den Auftakt des neu angelegten "Sartana" machte Gianfranco Parolini mit seinem Film "Sartana - bete um deinen Tod". Es folgten "Töten war sein täglich Brot", "Sartana kommt" und "Sartana - noch warm und schon Sand drum". Bei den Kritikern und den Fans ist jedoch "Bete um deinen Tod" eindeutig der Favorit - vielleicht auch deshalb, wer er ganz viele Schurken auf einmal anzubieten hat. Darunter auch Klaus Kinski in einer Nebenrolle. Fernando Sancho spielt einmal mehr den primitiven Banditenboss mit Namen Jose Manuel Francisco Mendoza Montezuma de la Plata Carezza Rodriguez, der mit den beiden Bankiers Hallman (Gianni Rizzo) und Stewall (Sydney Chaplin) gemeinsame Sache machen. Der Banditenboss soll einen Goldtransport überfallen, die drei Männer wollen danach teilen. Doch die beiden Bankiers haben mit Lansky (William Berger) noch einen zweiten Bandit im Rennen. Dieser Lansky soll dem Mexikaner den Schatz wieder abjagen. Doch keiner hat mit einem geheimnisvolen Fremden gerechnet, der am Schauplatz des Raubes auftaucht und die Worte "Ich bin euer Sargträger" spricht. Am Ende sind die Banditen tot und Gianni Garko hatte seinen ersten Auftritt als einzig wahrer Sartana. Ein Mann ohne Freunde - lediglich mit Dusty (Franco Pesce), dem betagten Totengräber der Stadt freudet er sich an. Gleich und gleich gesellt sich natürlich gerne und durch das Auftauchen von Sartana floriert auch das Geschäft von Dusty enorm.

Natürlich darf auch die Femme Fatale nicht fehlen. Die heißt hier Evelyn Hallmann und wird von einer Heidi Fischer gespielt. Ihre Rolle ist so angelegt, dass sie ihren dicklichen Ehemann mit seinem Bankierfreund betrügt, aber auch noch andere Männer versucht für ihre Zwecke zu manipulieren. Es gibt in diesem 1968 gedrehten Film tatsächlich keine gute Identifikationsfigur. Auch Gianni Garkos Sartana eignet sich nicht dafür - zu cool, abgebrüht und selbstgefällig ist er. Er überlebt und reitet mit dem Gold davon, vorher hat er seine Gegner mit der Melodie aus einer Spieluhr verrückt gemacht. Ein Indiz dafür, dass es Gründe für sein Handeln gibt. Der Zuschauer bleibt jedoch im Dunkel.


 Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

 

Montag, 18. April 2022

Satan der Rache (E dio disse a Caino)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Antonio Margheriti

Kinski rächt sich...

Die deutsch-italienische Coproduktion "Satan der Rache" wurde von Antonio Margheriti im Jahr 1970 gedreht. Er wählte damals - wie so üblich bei Italo Western - ein englisches Pseundonym (Anthony Dawson) aus. Die Hauptrollen bekamen zwei deutsche Schauspieler: Der bereits Italo-Western erfahrene Klaus Kinski. Als sein Gegenspieler wurde Peter Carsten engagiert. Da "Satan der Rache" bei Genrefans in all den Jahren eine große Beliebtheit aufgebaut hat, kann man vielleicht von Margheritis bestem Fim überhaupt sprechen. Er drehte u.a. auch "Ursus und die Sklavin des Teufels" (1964), "Orion 3000 - Raumfahrt des Schreckens (1965), "Piranhas 2" (1979), " Asphaltkannibalen" (1980), "Geheimcode Wildgänse" (1985) oder "Kommando Leopard" (1986). "Satan der Rache" ist der Gefängnisinsasse Gary Hamilton (Klaus Kinski), ein ehemaliger Offizier der Nordstaaten, der vor 10 Jahren wegen Mordes und versuchten Raubes zu Zwangsarbeit verurteilt wurde. Eine Amnesie ermöglicht es ihm aber nach diesen 10 Jahren das Gefängnis verlassen zu dürfen. Hamilton saß all die Jahre unschuldig hinter Gittern, weil seine damaliger Freund Acambar (Peter Carsten) den Verdacht geschickt auf ihn gelenkt hatte. Dieser hatte Garys Wasserflasche am Tatort zurückgelassen und so wurde der Unschuldige verurteilt. Acambar konnte die ganzen Besitztümer seines Freundes übernehmen und auch dessen Frau Maria (Marcella Michelangeli) heiraten. Nun kehrt Gary zurück in seine alte Heimat. Er hat nur noch eines im Sinn: Blutigste Rache nehmen. Es ist aber reiner Zufall, dass er vor seiner Rache während einer Postkutschenfahrt auf Dick Acombar (Antonia Cantafora), den Sohn seines Feindes, trifft. Bewusst lässt er die Wasserflasche in der Kutsche liegen und verabschiedet sich mit der Ankündigung Dicks Vater am Abend einen Besuch abzustatten. Als der Sohn seinem Vater von der Begegnung mit einem gewissen Gary Hamilton erzählt und ihm die Wasserflasche zeigt, läuten die Alarmglocken. Er fürchtet zu Recht die Rache und gibt sofort den Befehl Hamilton kalt zu machen. Und Acombar befehliegt eine ganze Menge schießwütiger Männer..


Das Filmlied "Rocks, blood and Sand" wird gesungen von Don Powell. Meistens spielt Klaus Kinski den Bösewicht. In diesem Fall ist er gegen sein Image besetzt, jedoch bleibt er als Racheengel erhalten. Die anderen Figuren in Margheritis Film sind ebenfalls alles Andere als eindimensional. Die Auseinandersetzung zwischen Vater und Sohn Acombar spielt ebenfalls eine gewichtige Rolle im Geschehen. Der Sohn muss erkennen, dass sein über alles geliebter Vater ein fieser Schurke ist. Er hält zwar weiterhin zu seinem Vater, doch der verliert die Achtung seines Sohnes.

Bewertung: 7 von 10 Punkten.

 

Freitag, 25. März 2022

Das Gold von Sam Cooper (Ognuno per Se)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Giorgio Capitani

Gold und Gier...

Goldsucher leben gefährlich: Wenn sie alleine arbeiten, dann schaffen sie es kaum körperlich die harte Arbeit in der Mine zu absolvieren. Ebenso riskant ist dann auch die Reise mit dem vielen Gold zur sicheren Bank in der Stadt. Denn im Wilden Land des Spaghettiwesterns lauert überall dubioses und kriminelles Gesindel. 
Andererseits birgt auch ein Helfer oder Partner so seine Gefahren, denn der Mensch ist gierig und man muß gerade im Augenblick des Erfolgs, also wenn Gold gefunden wird, auf der Hut sein, dass der Andere nicht den viel lukrativeren Alleingang wählt.
Diese Erfahrungen macht Sam Cooper (Van Heflin) innert von Stunden. Vom Freund ausgetrickst und beinahe in die Hölle geschickt, anschliessend ein weiter Ritt allein durch die Wüste. Die Pferde haben Durst, der jetzt reiche Goldsucher aber auch. Dann am rettenden Fluß angekommen, wird Cooper überfallen und beraubt.
Wie gewonnen, so zeronnen.
Aber Cooper wagt es ein zweites Mal die besagte Mine, irgendwo in dem Bergen, zu suchen. Diesmal will er aber aus den Fehlern gelernt haben und heuert stattdessen den einzigen Menschen auf Gottes Erden, dem er Vertrauen kann, an und dies ist sein inzwischen erwachsener Ziehsohn Manolo Sanchez (George Hilton).
Doch der Mensch verändert sich mit den Jahren und bald wird Cooper klar, dass auch Manolo, zu dem inzwischen auch sein undurchsichtiger, blonder Freund Brent (Klaus Kinski) gehört, ein Risikofaktor sein könnte.
Manolos Beziehung zu dem Freund ist von devoter Unterwerfung geprägt.
Spontan engagiert Cooper auch noch seinen ehemaligen Kumpel Mason (Gilbert Roland), der allerdings von Cooper keine besonders gute Meinung mehr hat und ihm misstraut.
So startet der Ritt durch den Wilden Westen und bereits beim ersten Halt bei einer alten Mission lauert Gefahr...


Giorgio Capitani drehte seinen einzigen Western "Das Gold von Sam Cooper" im Zuge des weltweiten Siegeszuges der Italowestern im Jahr 1967. Im Original heisst der Film "Ognuno per sé" (Jeder für sich) und trifft das Thema des Films und die Wechselwirkung des zusammengewürfelten Quartetts sehr treffend. Der Regisseur hatte als Vorbild John Hustons Klassiker "Der Schatz der Sierra Madre" im Auge. Erst Jahre später stieg der Film im Genre zu einem Kultfilm auf, denn immerhin setzt der Film für seine Zeit sehr innovative und aussergewöhnliche Charaktere ein. Es ist auch einer der ersten Filme, der im Western zwei homosexuelle Männer als Hauptfiguren einsetzte. Jahre vorher wagte dies schon Edward Dmytryk mit seinem "Warlock", aber Capitani ist da schon viel direkter. Mit einem meditativen Score werden die Bilder unterlegt, dem Regisseur gelingt eine Einheit aus kalter Atmosphäre und spürbarer Hitze. Ein spannender und immer wieder fesselnder Western



Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.