Regie: Sergio Leone
Der Gute, der Böse und der Hässliche...
Dem übergroßen Westernepos kam er immer näher. Von der actionhaltigen
Ballade über den Einzelgänger, der eine Stadt von den Gangsterbanden
befreit "Für eine Handvoll Dollar" bis hin zu einer melancholischen
Meditation eines Europäers, wie er den Traum von Amerika sieht und an
die Betrachter weitergibt..."Spiel mir das Lied vom Tod", die perfekte
Kinomagie.
Dazwischen zwei Bindeglieder, die zu den besten Filmen des Genres
gehören und wie geschaffen sind für die große Kinoleinwand, vor allem
auch weil die Filme so groß sind. Der erdige, antiepische
Kopfgeldjägerstrefien "Für ein paar Dollar mehr" und der ähnliche, aber
im Gegensatz dazu extrem epische Verwandte "Zwei glorreiche Halunken"
(im Original: The Good, The Bad and the Ugly), für viele Genrefans der
beste Western überhaupt.
Episch vielleicht auch durch seine geschichtliche Zuordnung, denn "Zwei
glorreiche Halunken" spielt während des New Mexico Feldzugs, einer
militärische Operation während des Sezessionskrieges, die vom Februar
bis April 1962 dauerte. Sibley, ein General der Konföderierten
marschierte mit seinen Truppen in das New Mexico Territorium ein, das zu
dieser Zeit die Gebiete zwischen Kalifornien im Westen, Texas im Osten,
Nevada, Utah und Colorado im Norden sowie der jungen Republik Mexiko im
Süden umfasste. Das Ziel der Nordstaaten wr die Kontrolle des
Territoriums.
Für die drei Antihelden des Films, der Gute, von allen der Blonde
genannt (Clint Eastwood), der Böse Sentenza (Lee van Cleef) und der
Hässliche Tuco (Eli Wallach) sind die Kriegshandlungen zunächst mal eher
nur zweitrangig. Denn sie verdienen ihr Geld mit Banditentum,
Gaunereien und Kopfgeldjägerprämien.
Der Blonde, ein zigarrenrauchender Gringo, der nicht viel Worte macht
ist Komplize von Tuco, für dessen Kopf eine Prämie von 2.000 Dollar zu
holen sind. Der Blonde liefert so Tuco an die Gesetzeshüter aus,
kassiert die Prämie - doch kurz bevor der Mann am Strick baumelt, hat
ihn der Partner mit seinen guten Schießkünsten vom Galgen befreit -
immer in letzter Sekude versteht sich.
Irgendwann gehen sich die beiden auf den Sack und ihre Wege trennen
sich. Währenddessen jagt Sentenza, der Kopfgeldjäger und spätere Major
der Konföderierten einen Goldschatz, der auf einem riesigen Friedhof
begraben sein muss.
Durch Zufall weiß Tuco auf welchem Friedhof sie suchen müssen, der
Blonde aber hat die noch viel bessere Information auf welchem der
hunderten Gräber man graben muss.
So kreuzen sich die Wege der drei Männer und da Krieg herrscht, werden
sie auch ein Teil dieser Auseinandersetzung. Der Showdown findet auf
diesem Massenfriedhof statt, es kommt zum weltberühmten Duell zu
Dritt...
"Zwei glorreiche Halunken" hat eine Laufzeit von 171 Minuten, der Score
von Ennio Morricone gehört sicherlich in die Top Ten der besten
Filmmusiken. Für die Kamera war Tonino Delli Colli (Spiel mir das Lied
vom Tod, Es war einmal in Amerika, 120 Tage von Sodom, Pasolins
tolldreiste Geschichten, Ginger und Fred, Bitter Moon) verantwortlich.
Einmal mehr drehte Leone einen perfekten Kinotraum. Die meisten seiner
Filme sind Meisterwerke der Filmgeschichte. Im Laufe der Zeit fand er
immer mehr die perfekte Dosierung einer faszinierenden Melancholie in
seinen Werken.
Bewertung: 10 von 10 Punkten.