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Montag, 9. Juni 2025

Der letzte Ritt nach Santa Cruz


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Rolf Olsen

Die Reise in den Tod...

Rolf Olsens Eurowestern "Der letzte Ritt nach Santa Cruz" enstand zeitgleich zu den erfolgreichsten deutschen Karl May Western. Die Besetzungsliste ist äusserst atttraktiv. Neben dem britischen Hauptdarsteller Edmund Purdom (Julius Caesar, Des Königs Dieb, Sinuhe, der Ägypten) wurde Mario Adorf als Gegenspieler verpflichtet. Im Grunde eine ähnliche Rolle wie in "Winnetou 1". Auch Klaus Kinski spielt wie in "Winnetou 2" einen fiesen Banditen, der zu Adorfs Bande gehört. Desweiteren sind Sieghard Rupp, Marisa Mell, Marianne Koch, Thomas Fritsch und Walter Giller zu sehen. Gedreht wurde im Spätherbst 1963 auf der damals noch wenig vom Tourismus geprägten insel Gran Canaria. Trotz hochkarätiger Besetzung wurde der Film seinerzeit ein Misserfolg und erhielt schlechte Kritiken. filmhistorisch ist es ein Vorbote des Italo Western, denn es wird brutal agiert und die Banditen sind durchweg schlecht. "Der letzte Ritt nach Santa Cruz" erweist sich am Ende als ultimativer Todesritt. Am Anfang befreit sich der legendäre Bandit Pedro Ortiz (Mario Adorf) aus dem Gefängnis. Gemeinsam mit seinen fiesen Handlangern Jose (Klaus Kinski) und Fernando (Sieghard Rupp) hat er vor zur Silbermine Santa Cruz zu reiten - dort hat er die Beute seiner letzten Raubzüge versteckt. Er befreit auch den jungen Carlos (Thomas Fritsch) aus dem Knast. Doch diese Aktion fordert 7 Todesopfer unter dem Wachpersonal. Eine Stippvisite bei seiner Freundin Juanita (Marisa Mell) in deren Kneipe. Die Frau gibt für den zukünftigen Reichtum sehr schnell ihre Kneipe. Der Zufall will es, dass Ortiz auch den Klavierspieler Woody (Walter Giller) mitnehmen muss, denn der könnte zuviel von Schatz in Santa Cruz gehört haben. Vorher aber will er seinem Feind, dem ehemaligen Sheriff und jetzigen Bankdirektor Rex Kelly (Edmund Purdom) abrechnen. Der weiß noch nichts vom Ausbruch des Banditen. Kurz vor der Stadt treffen Die Banditen auf den kleinen Steve Kelly (Florian Kühne), der mit seinem neuen Pferd ihre Wege kreuzt. Damit haben sie schon einmal eine Geisel und mit der Ehefrau von Rex (Marianne Koch) kommt noch eine dazu...



Die Konflikte im Film sind recht einfach, aber effektiv angelegt - und die Handlung treibt kontinuierlich auf den Höhe punkt zu. Die Musik von Charly Niessen hat Ähnlichkeit mit der "Winnetou" Filmmusik. Für Regisseur Rolf Olsen ist der Eurowestern eher eine Ausnahme, denn sein Lieblingsgenre war der heitere Unterhaltungsfilm, wie seine Arbeiten "Bonjour Cathrin", "Kaiserball", "Vier Mädchen aus der Wachau", "Unsere tollen Tanten" oder "Die Abenteuer des Grafen Bobby" belegen. Sein sicherlich interessantester Film ist der 1972 mit Raimund Harmsdorf gedrehte Kriminalfilm "Blutiger Freitag".  Im Kino lief "Der letzte Ritt nach Santa Cruz" leider enttäuschend.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Freitag, 22. Juli 2022

Ben und Charlie (Amico. Stammi Lontano Almeno un palmo)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Michele Lupo

Freunde fürs Leben...

Durch den Riesenerfolg der Trinity Filme mit Terence Hill und Bud Spencer erkannte man das Potential von Buddy Movies im Spaghetti Western. Auch Regisseur Michele Lupo, der 1966 mit "Arizona Colt" einen erfolgreichen Genrebeitrag inszenierte, sprang auf diesen lukrativen Zug auf und das Ergebnis "Ben & Charlie" (Originaltitel: Amico. Stammi Lontano Almeno un palmo" aus dem Jahr 1971 kann sich sehen lassen. Er hatte auch gute Erfolge an der Kinokasse einspielen.
Der Film zeigt die Freundschaft von Ben (Giuliano Gemma) und Charlie (George Eastman). Eigentlich ist es für Charlie aber eher eine Art Hassliebe, denn sein alter Kumpel Ben ist ein echter Unglücksvogel, der das Pech magisch anzieht. Gepaart mit seinem Tatendrang und seinen zahlreichen Ideen, seinem Temperament ist dies für den Freund eine echte Herausforderung, denn es gilt meistens der Grundsatz "Mitgehangen, mitgefangen". Wegen einem Raub saß Ben nun 2 Jahre im Knast. Draußen wartet auch schon sein bester Freund auf ihn. Doch die Begrüßung fällt weniger herzlich aus, als Ben gedacht hat. Charlie hat nicht vergessen wie der letzte gemeinsame Coup ablief und empfängt seinen Kumpel mit ein paar ordentlichen Faustschlägen und er fordert Ben auf ab nun eigene Wege zu gehen. Ben ist ein Wandervogel, der nirgends sesshaft ist. Er kennt einige totsichere Tricks beim Pokern und so führt sein Weg durch viele Saloons im Wilden Westen. Natürlich gibts auch überall, wo der smarte Halunke auftaucht, schnell Schwierigkeiten. Irgendwann trifft Ben an einer Postkutschenstation wieder auf Charlie und rein zufällig auch auf seine frühere Geliebte Sarah (Marisa Mell). Bei dieser eher melancholischen Begegnung bemerkt Charlie, wie sehr Ben an ihm hängt, er vergisst seinen Ärger und die beiden beschließen wieder gemeinsame Sache zu machen. Ben Ungestüm bedeutet für den Freund aber immer höchste Gefahr. Als Ben einen Banküberfall verübt, wird Charlie vom Sheriff gefangen genommen und soll gehängt werden. Natürlich wird er von Ben gerettet, doch der erschießt den Gesetzeshüter. Ab jetzt sind die beiden vogelfrei und gesuchte Outlaws. Durch den Banküberfall sind sie auch zum Trio geworden, denn der kleine Bankanstellte Smith (Vittoria Congia), von Ben und Charlie "3 Prozent" genannt, hat sich den beiden angeschlossen. Unterwegs treffen sie auf die zwielichtigen Banditen Kurt (Luciano Catenacci), Butch (Giovanni Pazzafini) und Charro (Remo Capitani). Charlie misstraut diesen Galgenvögeln, doch Ben hat sich entschieden Chef der Sechserbande zu werden. Hätte er nur bloß auf den besonnenen Charlie gehört...

"Ben und Charlie " ist ein lockerer und amüsanter Western, der etwas an die Spencer/Hill Western erinnert, aber auch Ähnlichkeiten zu George Roy Hills oscarprämierten "Butch Cassidy and Sundance Kid" aufweist. Vor allem durch diese legere Machart. Eine klar strukturierte Handlung ist weniger ersichtlich, viel mehr sind es verschiedene Episoden aus dem ereignisreichen Leben der beiden ungleichen Freunde. Auch die gute Kameraarbeit darf nicht unerwähnt bleiben. Dieser Aristide Massaccesi drehte später einige berüchtigte Expoitationfilme unter dem Namen Joe D´Amato (Black Emanuelle, Nackt unter Kannibalen, ManEater, Insel der Zombies, Ator) .

Bewertung: 8 von 10 Punkten.