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Samstag, 23. Juli 2022

Yankee (Yankee)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Tinto Brass

Duell bis zum Schluß...

Mit dem Namen des Regisseurs Tinto Brass verbindet der Filmfan den Skandalfilm "Caligula" aus dem Jahr 1979. Tinto Brass hatte den Film jedoch eher als provokante und deftige Satire über Machtstrukturen geplant - gegen seinen Willen ließen die Produzenten den Film neu schneiden. Dabei wurden zahlreiche satirische Szenen entfernt bzw stark verändert und pornographische Szenen hinzugefügt, die ohne Wissen des Regisseurs zusätzlich gedreht wurden. Der Erfolg an der Kasse war zwar enorm, aber wurde sofort nach Erscheinen als pornographisches Drama eingeordnet. Der Regisseur versuchte vergebens vor Gericht das Erscheinen dieser Fassung zu verhindern, doch er verlor den Prozess. Vor "Caligula" drehte Brass auch einen Italo Western. "Yankee", der besonders in Italien ein echter Kinoerfolg wurde. Der Film ist jedenfalls recht einfallsreich inszeniert und gefällt durch interessante Kameraeinstellungen. Chefkameramann war Alfio Contini. Es ist auch nicht unbedingt die Story, die "Yankee" glänzen lsst, aber die filmische Umsetzung ist raffiniert gemacht, die Bildgestaltung hat einen starken pittoresken Einschlag.Es ist die Geschichte eines Duells zweier Männer. Auf der einen Seite steht der mächtige Bandit Concho, gespielt von Adolfo Celi (James Bond - Feuerball, Michelangelo, Bruder Sonne Schwester Mond, The Child). Er gilt als untastbar und die ganze Macht in seiner Stadt in New Mexiko. Dann kommt aber ein Fremder (Philippe Leroy) vorbei, der von allen nur "Yankee" genannt wird. Mit seinem  Auftauchen erschwert sich das Treiben von Concho und seiner Bande, die gerne Postkutschen und Goldtransporte überfallen. Concho selbst liebt den egozentrischen Stil und residiert in einer verlassenen Kirche. Zu seiner Bande gehört auch ein Maler, eine Wahrsagerin und ein Philosoph. Yankee hat es scheinbar auf einen Deal mit Concho abgesehen, doch der lehnt ab. Damit beginnt ein Schlagabtausch, bei dem der Yankee versucht die Gangmitglieder von Concho nacheinander ins Jenseits zu befördern... 

Im Film selbst regiert die Gewalt. Kopfgeldjäger überfallen eine Stadt, zünden Häuser an und erschießen die wehrlosen Bürger. Eine Szene hat sicherlich Sergio Leone für seine Schlüsselszene aus "Spiel mir das Lied vom Tod" inspiriert. Ein Mexikaner muss seine Frau, die eine Schlinge um den Hals trägt, auf seinen Schultern tragen. Brass spielt viel mit Licht und Schatten und vor allem mit Metaphern. 


Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

Mittwoch, 9. März 2022

Django - Unbarmherzig wie die Sonne ( Sentenza di Morte)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Mario Lafranchi

Ein Rächer, vier Übeltäter...

Rache ist das große Thema des ItaloWesterns und auch in "Django - Unbarmherzig wie die Sonne" von Mario Lanfranchi aus dem Jahr von 1968 wird sie eindrucksvoll zelebriert.
Dabei kommt Django (Robin Clarke) erst zur Ruhe, wenn er alle vier Mörder seines Bruders zur Strecke gebracht hat.
Einen dieser Übeltäter, den Rancher Diaz (Richard Conte) verfolgt er in der Wüste unter glühender Sonne. Diaz hat den Revolver, aber Django das viel lebenswichtigere Wasser. Beide sind zu Fuß unterwegs.
Auch der versierte Pokerspieler Montero (Enrico Maria Salerno) gehört zu dem gesuchten Mörderquartett. Noch wiegt sich der Mann in Sicherheit und macht seine Mitspieler, die sogar die eigenen Frauen als Wert einsetzen, arm.
Nummer Drei ist der im Priestergewand auftretende Schurke Bruder Baldwin (Adolfo Celi), der die Gegend in Angst und Schrecken versetzt, wenn er mit der Bibel und seiner Gangsterhorde in den Dörfern auftaucht und willfährig die Sünder bestraft und zwar meistens mit der Höchststrafe, weil dies am meisten Spass macht.
Und last but not least wäre da noch der gefürchtete Albino O´Hara (Tomas Milian) auf Djangos Rachespeiseplan. Doch die vier Männer sind äusserst ebenbürtige und gerissene Gegner..


Mario Lanfranchi kommt eigentlich vom Theater und vom Fernsehen und für ihn war der Western echtes Neuland, aber das filmische Ergebnis sicherte ihm einen festen Platz in der ewigen Liste sehenswerter Genre-Highlights.
"Sentenza di morte", so der Originaltitel gehört nämlich nicht nur in Sachen Bildgestaltung zum Besten, was der Italowestern zu bieten hat.
Durch den Schachzug die Rachestory mit einem episodenhaften Charakter zu präsentieren, bietet er dem Genre ganz neue Möglichkeiten der Geschichenerzählung.  Zudem fällt der Film durch eine Detailkreativität aus, die immer wieder zu gefallen weiss.
Mario Lanfranchi schrieb das Drehbuch, führte Regie, produzierte und castete sogar die Schauspieler für diesen Film selbst, was darauf schließen läßt, das ihm sein einziges Italowestern-Projekt sehr am Herzen hing.
Die reduzierte Handlung und die etwas überstilisierte Bildgestaltung ergänzen sich prima und machen aus dem Film ein rundes Westernvergnügen.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.