Freitag, 25. März 2022
Django - die Totengräber warten schon - Johnny Hamlet (Quella Sporca Storia Nel West)
Bandidos (Bandidos)
Regie: Massimo Dallamano
Der Meisterschütze und sein Schüler...
Massimo Dallamano drehte diesen aussergewöhnlichen Spaghetti Western unter dem Pseudonym Max Dillmann. Das Drehbuch ist gut durchdacht und bringt universelle Themen mit ins Spiel. Hauptpart ist aber der Rachegedanke. Dieser wird aber ergänzt durch den Verrat geliebter Menschen oder auch die notwendige Rebellion des Schülers gegen seinen Meister (beinahe ein Vater-Sohn Konflikt) . Der Junge muss lernen seine eigene Persönlichkeit zu stärken, damit er seinen eigenen Weg gehen kann. Erst sehr spät wird klar, dass der junge Mann der zweite Fahrgast war, der diesen Überfall überlebt hat. Er wurde kurz zuvor vom Schaffner aus dem Zug geworfen und ist seither auf der Flucht, weil man ihn fälschlicherweise für einen von Zanes Banditen hält. Er muss also seine Unchuld beweisen. Eine gute Kameraarbeit (Emilio Forsicot) und ein harmonischer Soundtrack (Egisto Macchi) tragen zusätzlich für das gute Gelingen dieses Western bei.
Blindman, der Vollstrecker (Blindman)
Regie: Fernando Baldi
Karawane der Frauen...
Das europäische Kino war schon immer von Natur aus surrealer als das Hollywood Kino und als die Italiener ab Mitte der 60er Jahre für beinahe ein ganzes Jahrzehnt die Western übernahmen, wurde das Standardangebot an Westerngeschichten durch eine Mischung aus seltsamen, ungewöhnlichen und meistens auch sehr innovativen Filmen ergänzt. Einer dieser so ungewöhnlichen Western heißt "Blindman" und wurde 1971 von Regisseur Ferdinando Baldi inszeniert. Ein Filmemacher, der sich Anfang der 60er Jahre dem Sandalenfilm widmete und Mitte der 60er auch auf den Spaghetti-Western Zug aufsprang. Seine bekannteste Arbeit in diesem Genre ist "Blindman", die Hauptrolle spielt Tony Anthony, der diesen blinden Revolverhelden spielt. Bei den Dreharbeiten um Almeria musste er, um die Blindheit seiner Rolle hervorzuheben mit Kontaktlinsen spielen. Der Schauspieler leidet bis heute noch an den daraus resultierenden Folgen aufgrund der dort herrschenden starken sanhaltigen Winde. Die Handlung selbst orientiert sich an den berühmten japanischen Zatoichi Filmen über einen blinden Schwertkämpfer, der in alle möglichen Abenteuer stolpert. Natürlich trägt der "Blindman" im Italo Western kein Samurai Schwert bei sich, sondern er kann gut mit der Pistole umgehen und hat auch sonst einige Tricks auf Lager. Überlebensstrategien nennt man das wohl, denn in einer Szene äussert er sich über seine Blindheit und dass er durch diese Behinderung eigentlich verloren wäre, wenn er nicht erfolgreich um sein Leben kämpfen könnte. Der Blinde hat eine Mission zu erfüllen: Er soll dafür bezahlt werden, dass er 50 attraktive junge Frauen quer durch den Wilden Westen transportieren soll. Der Bestimmungsort heißt Lost Creek, die dortigen Minenarbeiter haben sich die Bräute durch hart verdientes Geld gekauft. Diese Karawane der Frauen wurde ihm aber abgenommen, denn es sind auch Banditen an der heißen Fracht interessiert. Von seinem Partner Skunk (Renato Romano) betrogen, führt sein Weg nach Mexiko. Dort sollen die Bräute von den Banditen und Geschwistern Domingo (Lloyd Battista), Sweet Mama (Magda Konopka) und Candy (Ringo Starr von den "Beatles") verschleppt worden sein. Die Banditen wollen sie gewinnbrigend an die Armee verkaufen. Doch der Blinman ist hartnäckig, er will seine 50 Frauen wieder haben...
Die sonderbare Geschichte bewegt sich in einem relativ langsamen Tempo, mit diversen Tricks und Wendungen auf dem Weg, und sowohl der Blindman als auch die Schurken gewinnen abwechselnd die Oberhand. Der Schluß ist dramatisch und brutal. Für einen Antihelden, der nichts sehen kann, zeigt er die ganze Zeit über eine bewunderswerte Konzentration auf sein Ziel. Immerhin kann sein Pferd sehen und eine Winchester mit feststehendem Bajonett hat er als Waffe mit im Gepäck. In der Rolle des mexikanischen Generals ist Raf Baldassarre zu sehen, die Obessession von Ringo Starr heißt Pilar und wir wird von Agneta Eckemyr gespielt.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
Knie nieder und friss Staub (Anda muchacho, spara)
Regie: Aldo Florio
Der Kettensträfling und das Gold...
Roy Greenfield (Fabio Testi) ist ein Kettensträfling und schuftet
gemeinsam mit vielen Leidensgenossen im Steinbruch. Dort lernt er den
Mitgefangenen Emiliano (Massimo Serato) kennen, der ihm von einem
Goldgräbernest erzählt. Die Männer werden zu Freunden und sie lassen die
Folterungen der sadistischen Wärter wortlos über sich ergehen, bis
ihnen die Flucht mit angeketteten Füßen gelingt.
Doch nur Roy überlebt die Strapazen und wird an einem Fluß -
ausgemergelt und die Ketten noch an den Beinen - von dem mexikanischen
Minenarbeiter Joselito (Jose Calvo) gefunden.
In dem mexikanischen Nest, nahe der Grenze, gibt es zwar keine Waffen,
aber dafür umso mehr Gold. Leider haben die mexikansichen Goldgräber nur
wenig davon, denn auf dem Weg von den Bergen in die Stadt sind
Überfälle von Banditen an der Tagesordnung und beim Versuch das Gold zur
Bank zu bringen. liessen schon viele ihre Leben.
Er erfährt von Joselito von den brutalen Zuständen zwischen den
Minenarbeitern und dem ausbeuterischen Großgrundbesitzer Redfield
(Eduardo Fajardo), der mit Hilfe einiger Revoverhelden wie Newman
(Romano Puppo) und Lawrens (Ben Carra) dafür sorgt, dass die Arbeiter
alle Erträge für einen mickrigen Lohn bei ihm abliefern.
Keiner wagt ihm zu widersprechen. Doch Roy macht bereits beim ersten
Besuch im Städtchen auf sich aufmerksam: Redfields Leute kriegen als
Augenzeugen mit, wie der Barbier Manolo (Luciano Pigozzi), eigentlich
ein jämmerlicher Feigling, nach einem kurzem SmallTalk mit dem Fremden
seine Waffe und somit auch den Kürzeren zieht.
Was für eine Unterredung hatten die beiden, die Manolo so ungewohnt
agieren liess. Diese Frage stellt sich Redfield und bemerkt, dass seine
beiden bezahlten Hauptschurken der Mexikanerin Jessica (Charo Lopez) ein
sexuelles Verhältnis aufzwingen. Die Frau wird bei Bedarf einfach
vergewaltigt.
Roy beschließt natürlich den Arbeitern zu helfen und heuert bei Redfield
an, um an das viele Gold zu gelangen und um Redfields Gefolgsleute
gegeneinander auszuspielen...
"Knie nieder und friß Staub" (Originaltitel: Anda muchacho, spara) ist
ein Italowestern aus dem Jahre 1971, die in spanischer Koproduktion
entstand.
Regie führte Aldo Florio. Der sehr ernste und harte Spaghetti Western orientiert sich vornehmlich
an den großen Arbeiten von Sergio Leone "Für eine Handvoll Dollars", die
Story ist altbekannt (Fremder Rächer hat einen Feind und einen Plan)
und auch der Score von Bruno Nicolai (Bittersüsser engelsgleicher Gesang
ala Ennio Morricone) erzeugt spontan Erinnerungen an viele Vorbilder.
Somit nicht viel Neues unter der Italo-Western Sonne, aber sehr spannend, extrem knochentrocken und gradlinig erzählt.
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
Minesota Clay
Regie: Sergio Corbucci
Beinahe blind...
In weiteren wichtigen Rollen sind Ethel Rojo als Estella Diana Martin als Nancy Mulligan, Alberto Cevenini als Andy und Anthonio Cazas als Onkel Jonathan zu sehen. Die Geschichte vom alternden Revolverhelden, der durch ein gesundheitliches Manko seine Fähigkeiten mit dem Colt verlieren könnte, ist nicht neu. Sie wird immer wieder gerne im Westerngenre zum Thema gemacht. Es existieren von "Minesota Clay" zwei verschiedene Enden - eins mit HappyEnd, das Andere nicht. Corbuccis Westerndebüt ist trotz üblicher Zutaten ein solider, gut inszenierter Western.
Arizona Colt (Arizona Colt)
Der Film wurde in Spanien gedreht und für die guten Bilder kann man den italienischen Kameramann Guglielmo Mancori loben, der in seiner aktiven Laufbahn für rund 90 Produktionen engagiert wurden - auch für andere Spaghetti Western. Die beiden nächsten Italo Western von Lupo sind weniger hart und deutlich entspannter. "Arizona Colt" erzählt die Geschichte eines jungen Revolverhelden, der im Laufe der Geschichte eine gewisse Reife erlangt und der einem übermächtigen Gegner Paroli bieten kann, eine Art "David und Goliath" Version des wilden Westen.
Mannaja - Das Beil des Todes (Mannaja)
Regie: Sergio Martino
Rache für den Vater...
"Mannaja - Das Beil des Todes" ist ein Italo Western, der in der Spätphase des Genres entstanden ist. Sergio Martino inszenierte ihn im Jahr 1977. In Deutschland ist der Western auch unter dem Namen "Der letzte der Bounty Killer" bekannt und genießt in Fankreisen einen sehr guten Ruf. Ein weiterer bekannter Western von Martino ist der 1970 entstandene "Der Tod sagt Amen" - allerdings sind Martinos Giallo Filme wie "Der Killer von Wien", "Der Schwanz des Skorpions", "Alle Farben der Nacht" oder "Torso - Die Säge des Todes" weitaus bekannter. "Mannaja" (Maurizio Merli) ist ein gnadenloser Kopfgeldjäger und er ist weder ein geschickter Revolverheld noch einer wie Mississippi (James Caan) aus dem Howard Hawks Klassiker "El Dorado", der virtuos mit dem Messer umgehen kann. Mannaja ist ein Meister mit seinem Beil. Mit dieser von ihm bevorzugten Waffe macht er seine Opfer handlungsunfähig und kassiert nach der Gefangennahme das Kopfgeld. Meistens haben diese Gesetzlosen im Hinterher keine Hand mehr oder es fehlt ein Teil des Armes. So fängt er auch den Outlaw Burt Craven (Donald O´Brien) und bringt ihn in die trostlose Westernstadt Suttonfield um die Prämie vom dort ansässigen Marshall zu kassieren. Mannaja ist nicht rein zufällig in dieser Stadt, denn er hat dort noch eine Rechnung mit dem übermächtigen Geschäftsmann und Silberminenbesitzer McGowan (Philippe Leroy) offen. Dieser McGowan ist für den Tod von Mannajas Vater verantwortlich. Damals als Junge musste er den Mord mitansehen und der Rachegedanke hat ihn nie wieder losgelassen. Im Saloon setzt er sich an den Spieltisch und gewinnt beim Poker gegen einen gewissen Theo Valler (John Steiner), rechte Hand von McGowan. Da er nun Geld hat lässt er den Gefangenen laufen und widmet sich ab sofort seiner eigentlichen Mission. Doch er hat mit Valler einen brutalen Gegner, der sich in den Kopf gesetzt hat auch seinen Chef schachmatt zu setzen und an dessen Stelle die Silbermine zu übernehmen. Zu diesem Zweck soll die Tochter (Sonja Jeannine) entführt werden, damit McGowan ein dickes Lösegeld bezahlt. Mannja versucht die Entführung zu verhindert, doch er tappt in eine Falle, durch die Hilfe von umherziehenden Schaustellern ist der Kampf aber noch lange nicht beendet...
Dem Film wurde sehr oft eine zu starke Brutalität vorgeworfen und nicht immer ist die Geschichte in sich logisch (z.B. die Entführung), aber er bietet all das, was einen typisch guten Spaghetti Western ausmacht. Besonders der Anfang ist schockierend, wenn man sieht, wie es Mannaja gelingt einen Verbrecher zu fangen. Diese Einführung des Helden hat Martino sehr fesselnd inszeniert, mit viel Nebel und guter Zeitlupensequenz. Auch der Bösewicht ist gut gewählt - ein Fiesling, der stets seine beiden bissigen schwarzen Hunde dabeihat, er zögert nie die Tiere auf seinen Rivalen zu hetzen
Bewertung: 7 von 10 Punkten.
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